Porsche Macan S Von A nach B

© Porsche AG
Der Weg zum Yoga ist das Ziel. Unser Autor fährt mit dem Porsche Macan S Diesel durch Berlin. Von
Aus der Serie: Von A nach B ZEITmagazin Nr. 26/2014

Wump. Die Tür schließt mit einem satten Geräusch. K., Teenager-Nichte auf Berlinbesuch, wirft ihre Matte auf den Rücksitz, wir fahren zum Yoga. "Was fährst du denn da schon wieder?" – "Meinen neuen Freund, den Tiger." – "Klingt wie eine Yogaposition", sagt sie, während ihr elektrisch gesteuerter Ledersitz in die maximale Komfortlage surrt. – "Ist auch kein so großer Unterschied." – "Wie meinst du das?" – "Etwas verrenkt und außerdem schwer auszusprechen."

Der Tiger ist traditionell einer der Chefs in der automobilen Wildbahn. Auch andere Raubkatzen, Wildpferde, Bären und Greifvögel dienen uns ihre magischen Kräfte an. Namensdesigner wissen: Tiernamen gehen immer. Sie verkaufen keine Autos, sondern Kinderträume. Doch ein Auto heutzutage Löwe, Puma oder Tiger zu nennen erfordert schon einen gewissen Willen zur Schlichtheit. Daher ließ Porsche seine Werkslinguisten zum Wörterbuch greifen – dem der indonesischen Sprache. Für Tiger steht dort: Macan. Ausgesprochen: "Madschan". Porsche bevorzugt die härteren Konsonanten der eingedeutschten Variante: "Makan". Der Motor dieser lyrischen Verwandlung knurrt dezent, als wir durch die vogelbezwitscherten Frühlingsstraßen gleiten. Fast ein Viertel der deutschen SUV-Besitzer sind Frauen, Tendenz steigend. Porsche verkauft mittlerweile mehr Gelände- als Sportwagen. Der Macan, ein neues Modell auf der Basis des Audi Q5, gilt als "kompakter SUV" und ist doch so unübersichtlich, dass er immer volle Konzentration fordert, besonders auf engen Straßen.

"Du bist ja fast so still wie beim Yoga", sagt K. Sie übersieht die Schweißtropfen auf meiner Stirn. Wir umrunden zum dritten Mal den Block, weil sich für die zwei Tonnen indonesischer Poesie kein Platz findet. "Kannst du auch im Kopfstand einparken?" – "Nur mit der Rückfahrkamera", sage ich, als ich den Wagen endlich in eine Lücke quetsche. Ich fühle, wie mein Nacken sich anspannt. Tiger, denke ich, sollten in der Wildnis leben.

Wir rollen die Matten aus und beginnen mit Vyaghrasana, zu Deutsch: der Tiger. Schwer auszusprechen, aber eine relativ leichte Übung. Reden muss man dabei ja nicht.

Technische Daten

Motorbauart: 6-Zylinder- Dieselmotor, Leistung: 190 kW (258 PS), Beschleunigung (0–100 km/h): 6,3 s, Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h, CO2-Emission: 164 g/km, Durchschnittsverbrauch: 6,3 Liter, Basispreis: 57.930 Euro

Ralph Geisenhanslüke ist ZEIT-Autor

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