SpaceCamper Classic Von A nach B

© Peter Fabian
Des Königs neuer Campingwagen. Unser Autor fährt mit dem SpaceCamper Classic von Stubbenfelde nach Koserow. Von
Aus der Serie: Von A nach B ZEITmagazin Nr. 27/2014

Love and Peace. Mit diesem Motto wurde die Insel Fehmarn im Jahre 1970 zum Ostsee-Woodstock. Auch der Wettergott feierte mit, ließ cats and dogs regnen. Wohl dem, der da ein festes Dach über dem Kopf hatte. Keinen baumwollenen Zeltschutz, ein richtiges Dach, ein blechernes Firmament über der Kuschelzone auf vier Rädern. Wer damals auf Fehmarn einen Bulli fuhr, hatte ein rollendes Königreich. Zugegeben, man war ja nicht dabei, Träumen sei dennoch erlaubt. Aus dem Trockenen kommend vor die Bühne drängeln und Jimi Hendrix’ letztes Konzert hören.

Heute gibt es Jimi Hendrix nur noch aus dem Radio, Usedom ersetzt uns Fehmarn. Der Neuzeit-Bulli nennt sich SpaceCamper. Schnell alles eingepackt und verzurrt. In diesem modifizierten VW Multivan des Herstellers SpaceCamper sitzen wir nun, abfahrbereit auf dem Campingplatz Stubbenfelde. Auch heute finden Katzen und Hunde ihren Weg aus dem Himmelsgrau. Wohl uns, die wir ein Dach über dem Kopf haben, darunter eine klappbare Schlafstatt, spacig, Campers Traum. Hey Joe, klingt es aus den Lautsprecherboxen, Jimi röhrt in Stereo und übertönt das Knurren der Mägen, wir wollen Räucherfisch. Die Koserower Salzhütte unweit von Stubbenfelde ist das Ziel, Fischrestaurant mit eigener Räucherei. Nicht einfach eine kulinarische Stippvisite, eine Genießerpflicht. Gaumenfreuden nach alter Tradition. Althergebrachte Räucherkunst, Buchenholz das Zauberwort.

Jimi setzt zum Solo an. Das Wohn- und Schlafzimmer fährt sich leicht und präzise, steht einem Pkw in nichts nach. Tolles Sitzgefühl, mehr als einfach nur angenehm, wirklich saubequem. Überdies das Lenken nicht vergessen. Die Beifahrerhand fingert zum Sendersuchlauf. Helene Fischer löst Jimi Hendrix ab. Das Auto ist robust, verzeiht auch dies.

In Koserow treten wir ein in fachwerkliche Gemütlichkeit. Ein wehmütiger Blick zurück zum SpaceCamper. Lieblinge dieser Größenordnung müssen auch hier draußen bleiben. Treu und friedlich schaut er aus seinen eckigen Augen, welche beim Urmodell einmal rund waren. Als würde er summen: "Excuse me while I kiss the sky."


Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor, Leistung: 103 kW (140 PS), Beschleunigung (0–100 km/h): 14,2 s, Höchstgeschwindigkeit: 173 km/h, CO2-Emission: 203 g/km, Durchschnittsverbrauch: 7,7 Liter, Basispreis: 41.900 Euro

Dirk Mausch ist IT-Manager im Zeitverlag

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