© Silvio Knezevic

Wochenmarkt: Für einen kühlen Sonntag

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Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 42/2014

Eine Blutwurst besteht aus gekochtem Blutbrei. Haben Sie schon Appetit bekommen? Angeblich wird schon in den Schriften Homers Blutwurst erwähnt. So ist das: Der Mensch ist zu Hochkultiviertem fähig, aber sein Appetit ist der eines Raubtiers, das das warme Blut seiner Beute liebt. So viel Widersprüchlichkeit muss man erst mal verkraften. Verständlicherweise verbieten viele Religionen den Verzehr von Blut: das Judentum, der Islam und in seiner Frühzeit das Christentum.

Auch ernährungsphysiologisch ist eine Blutwurst fragwürdig. Sie enthält Sinnvolles wie Eisen, aber wie jede Wurst auch viel Fett. Es könnte gerade an diesen alten und neuen Tabus liegen, dass es ein großes Vergnügen ist, eine Blutwurst zu essen. Vielleicht schmeckt die Blutwurst aber auch einfach deshalb so gut, weil der Metzger sie mit Majoran und etwas Zimt würzt. Dann passt sie auch besonders gut zu Birnen, die ja, wenn man Glück hat, ein bisschen nach Marzipan schmecken.

Zwiebeln in Streifen schneiden, Birnen schälen und längs je nach Größe achteln oder vierteln. Zwiebeln in Öl mit etwas Salz bei niedriger Hitze anschwitzen, nach etwa 10 Minuten die Birnen dazugeben, unter Rühren dünsten, bis Zwiebeln und Birnen gar sind. Die Blutwurst kann man geschnitten oder am Stück braten. Die Scheiben werden vor dem Braten in Mehl gewälzt, überschüssiges Mehl vorsichtig abklopfen, sodass nur eine dünne Schicht haften bleibt. Wenig Öl in einer Pfanne erhitzen, darin die Wurst anbraten. Mit den Birnen servieren.

Blutwurst mit Birnen ist vielleicht nicht geeignet für ein Essen mit Gästen, siehe Eingangspassage, dafür aber umso besser für ein Mittagessen an einem kühlen Sonntag, an dem man das Haus nicht verlässt.

Blutwurst mit geschmorten Birnen
(für zwei Personen)

Zutaten – 2 Zwiebeln, 2 Birnen, etwas Öl, Salz, etwas Mehl, 1 Blutwurst (zum Braten geeignet)

Kommentare

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Hört doch endlich auf, die Biologie unter willkürliche moralische Vorbehalte zu stellen.

Tiere SIND Nahrung, wenn nicht die des Menschen (aus Selbstenthaltung) dann immer noch die anderer Tiere. Und wenn der Mensch zur falschen Zeit dem falschen Raubtier begegnet, dann ist auch das hochkultivierteste Exemplar unserer Spezies nichts anderes als ein Proteinhappen auf zwei Beinen.