Ich habe einen Traum Julia Engelmann

"Ich wollte Zauberer oder Hexe werden"
Aus der Serie: Ich habe einen Traum ZEITmagazin Nr. 42/2014

Als kleines Mädchen habe ich davon geträumt, Eisprinzessin zu werden, also eine Prinzessin auf Schlittschuhen. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es mal eine Benjamin Blümchen-Folge mit einer Eisprinzessin. Das wollte ich unbedingt werden! Ich wollte allerdings so einiges werden, was ich bei Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg gesehen habe, Zauberer oder Hexe zum Beispiel.

Auf dem Gymnasium war ich immer die Jüngste, alle anderen wurden vor mir 16 und dann später 18. Damals habe ich davon geträumt, endlich auch 18 zu sein und in die Clubs zu dürfen. Außerdem wollte ich immer Schauspielerin werden, eine Band haben und ein Buch schreiben, unbedingt. Ich habe schon mit zwölf meiner Lehrerin erzählt, dass ich ein dickes Buch schreiben werde.

Die Band fehlt mir noch. Aber ich arbeite daran! Ich habe schon vor einigen Jahren angefangen, Gitarre zu lernen, nachdem ich Freaky Friday mit Lindsay Lohan gesehen hatte. In dem Film hat sie ein ziemlich cooles Gitarrensolo gespielt, das wollte ich auch können. Musik machen und Songs schreiben, das steht ganz oben auf meiner aktuellen Traumliste.

Ich wollte immer einen Kriminalfall lösen, wie Die drei ???. Das habe ich bisher noch nicht geschafft. Ich bin noch nie in einen hineingestolpert, glücklicherweise! Ich wäre gerne dreisprachig aufgewachsen. Ich bewundere es, wenn jemand sich mit Menschen aus vielen Regionen der Erde unterhalten kann. Und als Kind habe ich mir immer eine Zwillingsschwester gewünscht, vielleicht weil ich mit so großer Begeisterung Hanni und Nanni gelesen habe.

Ansonsten sind viele meiner Träume wahr geworden – ich bin tatsächlich 18 geworden und habe vor einigen Jahren in einer Fernsehserie eine Eishockeyspielerin gespielt, das kann man ja mal als eine Art alternative Eisprinzessin durchgehen lassen. Ein Buch habe ich auch geschrieben, und zurzeit mache ich in einer kleinen Rolle mit bei der Verfilmung von Hape Kerkelings Ich bin dann mal weg. Außerdem plane ich gerade eine Reise nach Venedig, davon habe ich auch schon lange geträumt – seit ich Herr der Diebe von Cornelia Funke gelesen habe. Wenn ich so darüber nachdenke, muss ich sagen: Es läuft ganz gut mit meiner Traumverwirklichung.

Auch wenn ich ein ziemlich grüblerischer Mensch bin und oft meinen Gedanken nachhänge, würde ich mich nicht als Tagträumerin bezeichnen. Meine Gedanken drehen sich heutzutage eher um das, was tatsächlich geschieht, um die Gegenwart und die Zukunft.

Im Moment träume ich von neuen Träumen. Kürzlich war ich bei einem Vortrag, in dem es um Träume, Visionen und Sehnsüchte als Quelle der Lebenszufriedenheit ging. "Kosmischer Hunger" wurde das dort genannt, ein ziemlich cooler Begriff, wie ich finde. Bei allem Im-Moment-Leben: Wir brauchen unsere Träume. Und auch ich bin kosmisch hungrig!

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