Die Wundertüte Rohen Kaffee selber rösten

Aus der Serie: Wundertüte ZEITmagazin Nr. 44/2014

Die erste Idee unserer neuen Rubrik "Wundertüte" kommt von Leon Hänseler, einem 22-jährigen Studenten aus München. Vor einem Jahr fielen ihm verschiedene kleine Röstereien auf, die in der Stadt eröffneten. Er recherchierte im Internet, dass man rohe Kaffeebohnen selbst rösten kann – mit einer Popcornmaschine. So eine Maschine stand noch bei seiner Mutter herum.

Seitdem röstet Leon mit Leidenschaft. "Oft sind die vorgerösteten Bohnen, die man kaufen kann, nicht mehr frisch. Und ich mag es, den Röstprozess zu verfolgen. Man schmeckt viel genauer, was es für Möglichkeiten gibt, den Geschmack zu verändern, und wo die Unterschiede in der Röstung liegen", sagt er. Zudem sind Popcornmaschinen günstig zu haben, im Internet gibt es gebrauchte Modelle für circa zehn Euro. Die hohen Varianten, die durch Lüftungsschlitze einen Luftwirbel erzeugen, funktionieren am besten.

So wird’s gemacht: Die Popcornmaschine einschalten, 80 bis 100 Gramm Kaffeebohnen einfüllen. Solange die Bohnen nicht vom Luftstrom bewegt werden, ab und zu umrühren. Mit der Zeit werden die Bohnen durch den Wasserverlust immer leichter, und der Luftstrom wirbelt sie auf. Je nach Modell weicht das Grün der Kaffeebohnen innerhalb weniger Minuten einem hellen Braun. Wenn die Bohnen die gewünschte Farbe erreicht haben, werden sie zum Abkühlen auf ein Backblech geschüttet. Die Farbskala unterschiedlicher Röstungen reicht von einem hellen Haselnussbraun (Filterkaffee, fruchtiger Espresso) bis zu dunkelbraun (italienischer Espresso). Der geröstete Kaffee sollte vor der Zubereitung ein bis zwei Tage ruhen, erst dann entfalten sich die gewünschten Aromen.

Kommentare

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Zitat "jeandert": "Doch darum

Zitat "jeandert": "Doch darum geht es in der Küche: Wiederholt und kontrolliert zum gleichen, präzis gesteuerten Ergebnis zu kommen."
--> Nö, darum geht es vielleicht in eine Fabrik- oder Großküche, aber in (m)einer Küche eher nicht - da kann Raum für Experimente bleiben und dabei ruhig jedes mal anders schmecken - das ist ja das interessante!!!

-Röste seit fünf Jahren Kaffee. Habe mit kleiner Eisenpfanne begonnen und röste jetzt mit einem Kaffeeröster aus Omas Zeiten. der aus Kupferguss geformt wurde. Ich denke, dass im Luftstrom die Kaffeebohnen sehr schnell geröstet werden und damit die Bitterstoffe nicht abgebaut werden. Industrieller Kaffee wird nur noch 90 Sekunden geröstet. Meine Röstung auf fast kleiner Flamme dauert vierzig Minuten, schmeckt stark und trotzdem sanft, manchmal sogar süß und jedesmal anders. Genau dass, finde ich großartig. Der Omacaferöster wurde früher ins Herdloch gehängt. Es funktioniert aber auch auf dem Gasherd.

Röste auch schon seit einiger Zeit Kaffee, habe zuerst mit Pfanne angefangen und es hat gar nicht so schlecht geklappt. Habe dann von meiner Frau einen Haushaltsröster geschenkt bekommen (Gene Röster) und bin damit sehr zufrieden. Man kann alles genau einstellen und nach 20min hat man seinen frisch gerösteten Kaffee. Was ich gut finde, dass im Artiekl erwähnt wird den Kaffee ca. zwei Tage ruhen zu lasen, denn das wird bei vielen solcher Artikel immer wieder vergessen.

Guter Hinweis auf die Art Kaffee wirklich frisch zu genießen!
Ich mache das seit Jahren, allerdings mit einem Heimröster für eine Füllmenge von 2300-250 g (Gene Röster) der aber etwas teurer ist. Damit habe ich aber schon über 150 kg Kaffee geröstet - er hat sich gerechnet. Man bekommt immer die gleiche Röstqualität und entsprechend den Geschmack den man will.
Den Rohkaffee, unverschnittenen Kaffee, sogenannte OriginCoffees, kann man über das Internet bei verschiedenen Anbietern bestellen. Ich hole Ihn bei Terra Kawa. Wer einmal seinen Kaffee selbst geröstet hat möchte nichtmehr darauf verzichten.