© Silvio Knezevic

Wochenmarkt Das macht den Kohl fett

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Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 44/2014

Vegetarier und Veganer sind meist nette Menschen, das Diskutieren mit ihnen ist aber nicht leicht. Manche Gespräche erinnern mich an die Unterhaltung, die ich mit meinem Pfarrer führte, als ich ihm zu erklären versuchte, warum ich mich weder taufen noch konfirmieren lassen wollte: Verachtung und Mitleid standen ihm ins Gesicht geschrieben. Aber ich möchte an dieser Stelle der fleischlosen Fraktion danken, und zwar dafür, dass sie sich immer wieder tolle, vielfältige Gemüserezepte einfallen lässt. So hat sie uns Fleischesser darauf aufmerksam gemacht, dass man erstens nicht ständig Fleisch in sich hineinstopfen muss und dass zweitens Fleisch nicht die wichtigste Zutat auf dem Teller ist. Wie zum Beispiel bei diesem Gericht mit Rosenkohl: Man nimmt über 300 Gramm Gemüse zu sich, aber nur 40 Gramm Fleisch. Man nutzt die guten Eigenschaften des Fleisches – seinen vollen Geschmack, das Fett –, aber es spielt nicht die Hauptrolle. Das tierische Eiweiß ist niedrig dosiert, doch der Wacholder, ein typisches Bratengewürz, gibt dem Gericht etwas Deftiges.

Der Rosenkohl wird zuerst gewässert. Die äußeren dicken Blätter entfernen und den Stamm abschneiden, die Röschen vierteln. Knoblauch schälen, fein hacken und in Öl mit etwas Salz anschwitzen, ungefähr 3 Minuten lang. Aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen. In derselben Pfanne Speck auslassen, bis er knusprig ist, ebenfalls herausnehmen und beiseitestellen. Im verbliebenen Fett den Rosenkohl mit etwas Salz anbraten, ungefähr 5 Minuten lang. Dann Maronen dazugeben, weitere 10 Minuten lang abgedeckt dünsten, dabei regelmäßig umrühren. Jetzt sollte der Rosenkohl gar sein (aber nicht zu weich). Knoblauch und Speck zurück in die Pfanne geben. Zitronensaft, Pfeffer und Wacholderbeeren hinzufügen und das Ganze noch mal kurz erhitzen.

Rosenkohl mit Maronen und Speck (für 2 Personen)

Zutaten – 500 g Rosenkohl, 2 Knoblauchzehen, Olivenöl, Salz, 80 g Speck oder Pancetta, 150 g gekochte und geschälte Maronen (geviertelt), 7 Wacholderbeeren (zerdrückt), Saft von ½ Zitrone, Pfeffer

Kommentare

3 Kommentare Kommentieren

das Rezept klingt sehr lecker und an sich finde ich den Artikel auch gut geschrieben. Die ersten paar Sätze finde ich allerdings einfach nur nervig und überflüssig und frage mich was das zu dem Artikel beitragen soll. Wollen Sie damit klarstellen dass Sie sich von diesen komischen Leuten die kein Fleisch essen wollen absetzen und aus diesem Grund alleine ein umgänglicherer Mensch sind? Vegetarier und Veganer kriegen in Diskussionen doch auch immer nur "Mitleid" von anderen Leuten weil sie ja "so viele Sachen gar nicht essen dürfen". Das finde ich zum Haare ausreißen wenn man eine ganze Gruppe Menschen in eine Schublade steckt und sagt "jaja, ganz schwierige Leute".