Die Wundertüte Nr. 17: Matcha-Tee

© Alex Walker
Von
Aus der Serie: Wundertüte ZEITmagazin Nr. 7/2015

"Matcha ist der Espresso unter den Tees", sagt Kristine Maerz, Inhaberin des Berliner Teesalons (berliner-teesalon.de). Die rituelle Zubereitung des japanischen Pulvertees dauert zwar etwas länger als ein schneller Knopfdruck auf den Kaffeeautomaten. Aber dafür wirkt der Tee nicht nur anregend, sondern verschafft einem auch eine kleine Ruhepause im Alltag. In Japan wird die Teezeremonie sehr ernst genommen und mit liebevoller Andacht ausgeführt. Die benötigten Utensilien haben ihren Wert – für eine Matcha-Schale (Chawan) zahlt man schon mal einen dreistelligen Betrag, für das Päckchen Pulver mindestens 20 Euro. Kristine Maerz weiß, was einen guten Matcha auszeichnet: Das fein gemahlene Grünteepulver, das in Japan bereits seit dem 6. Jahrhundert verwendet wird, sollte eine kräftige grüne Farbe haben. Je stärker das Grün, desto mehr Chlorophyll ist enthalten, das wichtig ist für den typischen eigentümlichen Geschmack des Tees: Seine leichte Bitterkeit wird von einer herben Süße und einem angenehm samtigen Gefühl begleitet. Es gibt zwei Wege, den Matcha zuzubereiten. Bei der streng traditionellen Zeremonie wird ein dickflüssiger, sehr starker Tee gereicht, der Koicha. Im Alltag wird der flüssigere Usucha getrunken, zu dem man in Japan nachmittags eine kleine zuckrige Süßigkeit isst.

Und so gelingt der Matcha-Tee: Für eine Person zwei Spatelspitzen Pulver in die Schale geben. Ein kleiner Schuss Wasser genügt, um das Pulver mit dem Bambusbesen glatt zu rühren; Kristine Maerz empfiehlt dafür kaltes Wasser. Eine Tasse etwa 60 Grad heißes Wasser dazugießen und mit dem Besen kräftig umrühren, bis sich eine hellgrüne Schaumschicht gebildet hat. Dass Matcha hierzulande einen gewissen Trend ausgelöst hat, wundert Maerz nicht, schließlich ist er sehr gesund. Nur die deutsche Variante des gesüßten Matcha Latte ist ihr fremd – mit Kuh- oder Sojamilch würde man Matcha nach der japanischen Tradition niemals trinken.

Lesen Sie hier weitere Artikel der Serie Wundertüte

Kommentare

9 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Entschuldigung? Maccha Latte ist eine deutsche Version?! Das wurde sehr wohl in Japan "erfunden" als Pedant zum "Cafe Latte", und mittlerweile (vor allem Dank Starbucks) gibt es ihn in vielen Ländern der Welt zu trinken! Außer in Deutschland, hier findet man Maccha Latte so gut wie nie (auch nicht bei Starbucks).

Ferner ist es genauso hirnrissig die Teezeremonie (japanische Tradition und Kultur) mit Maccha in seinem Alltagsgebrauch zu vermischen. Es gibt in Japan Maccha-Eis, Maccha-Schokolade und Maccha in jeder erdenklichen Form, was genauso wenig mit der "Tradition" zu tun hat.

Wer schreibt solche Artikel mit soviel Halbwissen überhaupt?

Danke für den Kommentar! Ich sitze nämlich derzeit in Osaka, bin gerade aus Kyōto gekommen und habe mich bereits seit einiger Zeit über das Halbwissen dieses Artikels geärgert, vor allem aber auch über das Recht, das mal wieder einfach herausgenommen wird Matcha zum Luxusgut hochzustilisieren. Matcha 抹茶 ist mittlerweile in vielen Süßwaren als auch herzhaften Gerichten zu finden. Sogar Kitkat gibt es als Matchavariante hier zu kaufen, und anders als in Europa (wo man die gesunden Aspekte des Tees hervorhebt), sehen Japaner ihren Matcha nicht nur als Mittelpunkt des chado/sado 茶道 "Teeweg", sondern auch als Erfrischungsgetränk zwischendurch und Zutat. Es gibt natürlich auch hier preisliche sowie qualitative Unterschiede wie bei anderen Getränken oder Lebensmitteln. So, und nun esse ich mein Matchajelly weiter, heute abend gönne ich mir dann mein Matcha-Kitkat!

抹茶 -- also Matcha, wobei -- 茶 -- 'tcha' bereits Tee bedeutet, lässt die Überschrift Matcha-Tee etwas merkwürdig erscheinen. Ich nehme an, der Artikel wurde am PC-Computer erstellt?

Heißt nicht cha Tee? Sencha bedeutet doch sowas wie (Auf-)gegossener Tee und Bencha nomaler Tee?!?
Die Schreibweise ist halt gewählt damit man als Normal Sterblicher auch weiß wurm es geht, es ist nicht jeder ein Teetrinker. Und nicht jeder weiß was sich hinterden Namen versteckt, wie auch Gun Powder (Tee)

Ich trinke gerne schwarzen Assam mit grünen Sencha oder Gun Poweder gemischt auch gerne mit Ingwer, Zucker und Zitrone.

Ja, das Chlorophyll ist auch wichtig weil es ein blutbildender und entzündungshemmender Inhaltsstoff ist.
In diesem Artikel steht man sollte 60 Grad heißes Wasser nehmen, doch 80 Grad sind auch ok, vielleicht auch besser. Nur kochend heiß sollte es nicht sein.
Aus diesem Tee kann man auch Smoothies machen oder damit backen, es gibt viele Rezepte, habe hier einige gefunden: http://www.matcha-tee.info/r…. Den Kuchen sollte man unbedingt mal ausprobieren;-)