Honda-Roller Click125i Zwei Reisschüsseln im Linksverkehr

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Unsere Autorin fährt mit dem Honda-Roller Click125i zu einem Strand auf Koh Pha Ngan. Von
Aus der Serie: Von A nach B ZEITmagazin Nr. 24/2015

Viele Gespräche unter Thailandreisenden drehen sich noch immer um den legendären Strand, einen paradiesischen Ort fern der Zivilisation, wo man sagt: Welt, du kannst mich mal. So wie in Alex Garlands vor fast 20 Jahren erschienenem Bestseller Der Strand, in dem eine Gemeinschaft von Aussteigern sich auf eine unbekannte Insel zurückzieht.

Die Hauptpersonen müssen einmal nach Koh Pha Ngan, um einzukaufen, und sind angewidert von der Kommerzhölle. Dabei standen dort damals nur ein paar Hütten. Seitdem wurden auf Koh Pha Ngan ein paar Luxus-Resorts gebaut, und die legendären Vollmondpartys sind noch komatöser geworden. Aber insgesamt verweigert sich die felsige, unwegsame Insel den Besuchermassen bis heute. Gerade entsteht eine Straße, wo jahrzehntelang nur Piste war. Meter um Meter wird dem Boden abgerungen und mit Betonplatten belegt. Die Arbeiter sind mit Tüchern gegen den Staub vermummt.

Als meine Freundin und ich auf die neue Straße einbiegen, bin ich froh, hinten auf dem Sozius zu sitzen. Linksverkehr bringt mich durcheinander. Der Roller ist ein unkompliziertes Gefährt mit Automatikgetriebe. Aber auf dem Honda Click reichen meine Füße nicht bis auf den Boden. Außerdem nehmen thailändische Lkw das Recht des Stärkeren für sich in Anspruch und schneiden die Kurven.

Es riecht nach der leckeren Nudelsuppe vom Straßenstand. Die Helme wackeln wie übergroße Reisschüsseln auf unseren Köpfen.

Auch wir wollen zu einem Strand, einem, den man hier den "Hippiestrand" nennt. Than Sadet heißt er und liegt in einem Naturschutzgebiet. Die thailändischen Könige kamen, um im nahen Wasserfall zu baden. Der Weg führt uns zunächst ins Innere der Insel. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad wäre die Strecke eine halbe Tagesreise. Es geht auf und ab, durch Bananen- und Kokoshaine. Wasserbüffel liegen im Gras. Was sollen sie bei 35 Grad auch anderes machen. Der Fahrtwind ist uns eine Wohltat.

Für acht Kilometer brauchen wir etwa eine Dreiviertelstunde. Dann wird die Straße zu einer unbefahrbaren Geröllrinne. Als wir den Roller abstellen, sehen wir schon das blendende Weiß und das unendliche Blau. Das letzte Stück zu einem Traumstrand kann man ruhig zu Fuß gehen.

Technische Daten

Motorbauart: 1-Zylinder- Benzinmotor, Leistung: 8,4 kW (11,4 PS), Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h, CO 2-Emission: ca. 40 g/km, Durchschnittsverbrauch: ca. 1,7 Liter, Mietpreis: ab 200 Baht/ca. 5,40 Euro pro Tag 

Margit Stoffels ist Mitarbeiterin beim ZEITmagazin

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