Deutschlandkarte: Fair-Teiler

Essen teilen für den guten Zweck: Fair-Teiler bewahren übrig gebliebene Lebensmittel vor dem Verfall.
Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 26/2015

Der Urlaub steht bevor, aber Butter, Gemüse und ein halber Sack Kartoffeln sind noch nicht aufgebraucht? In 62 deutschen Städten kann man Nahrungsmittel in sogenannten Fair-Teilern abgeben. Fair-Teiler sind öffentlich zugängliche Sammelstellen mit Kühlschränken und Regalen, in die man Lebensmittel hineinstellen kann, die noch genießbar sind, aber nicht mehr benötigt werden. Dort bedienen darf sich jeder, und zwar gratis. Die Idee stammt von der Initiative Foodsharing e. V. aus Köln, wo es neben Berlin die meisten Fair-Teiler gibt. Hygieneregeln sollen verhindern, dass jemand durch Verdorbenes krank wird: Hackfleisch oder frisch zubereitete Speisen, die rohes Ei enthalten, dürfen nicht abgegeben werden. Das Projekt soll nicht nur Nahrungsmittel vor dem Müll retten, sondern auch nachbarschaftliche Kontakte fördern und Menschen aus unterschiedlichen Schichten zusammenbringen. Und vor allem aber hilft es Bedürftigen. Und man selbst kann mit einem guten Gewissen in den Urlaub fahren.

Quelle Foodsharing e.V.

Kommentare

8 Kommentare Kommentieren

Ja. Schon.

In einem Studentenwohnheim bei Ravensburg habe ich letztens einen Berg Gemüse in so einem Fair-Teiler gesehen, den ich eher in einer Biotonne vermutet hätte. Teilweise verschimmelt bzw. kurz davor.

Dann gehe ich lieber einkaufen.

Warum hast Du das nicht einfach weggeschmissen? Jetzt regt sich wahrscheinlich der nächste genauso auf wie Du. Das ist ignorant.

Ick bün all dor

#2  —  16. Juli 2015, 12:29 Uhr

Diese Gutmenschenfeigenblätter sind so was wie die sintemalen von Luther vehement bekämpften Ablaßzettel.

@weq12
Hier in Mannheim an der Uni klappt der Fairteiler meiner Erfahrung nach ziemlich gut. Wir haben allerdings keinen Kühlschrank, sondern lediglich ein Regal für Gemüse, Obst und Trockenprodukte aller Art, das tagsüber für alle im ASTA-Gebäude zugänglich ist. Es kann nicht nur jeder privat seine Produkte abgeben, sondern jeden Dienstag kommt auch eine neue Lieferung von mitmachenden Supermärkten ins Haus und über die Facebookgruppe kann man einsehen, welche Lebesmittel nun im Regal auf Mitnahme warten. Natürlich sind manchmal auch ein paar eingegangene Äpfel oder Kartoffeln dabei, doch der Sinn und Zweck des Fairtailers ist ja nicht nur die Unterstützung Bedürftiger, sondern auch das Verhindern des Wegschmeißens prinzipiell noch guter Lebensmittel, die eben nicht mehr den Ladenschönheitsstandards entsprechen (Übrigens einer der Gründe, weshalb die Tafel die Sachen nicht abholen kann und sie stattdessen bei uns laden). Vor allem bei Gemüse und Obst lässt sich oft ein kaputtes Eck wegschneiden und der Rest noch schön weiterverwerten. Da sich außerdem die ASTA-Mitarbeiter um den reibunglosen Ablauf, die Sauberkeit und die Lieferungen kümmern, gab es auch noch keine Schockerlebnisse wie im Studentenheim des obigen Kommentars. Ich bin jedenfalls hin und weg, seit der Sommer da ist und wir jetzt auch heimisches Obst genießen können (5 Kilo Kirschen!).

Weitere Projekte, die sich dafür einsetzen die sinnlose Lebensmittelverschwendung zu stoppen, findest du unter: http://beyou-blog.de/2015/12…

Es lohnt sich mit Sicherheit bei allen genannten Projekten und Startups initiativ nachzufragen – ob für ein Praktikum, ein Thema für eine Bachelor-/ oder Master Thesis oder einen Job – die Teams freuen sich garantiert riesig über euer Interesse und eure Unterstützung!!!