© Silvio Knezevic

Wochenmarkt Kühl und kühn: Libanesische Limonade

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Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 29/2015

Zitronenlimonade kommt erst zum Vorschein, wenn die Temperaturen über zwanzig Grad steigen. In Deutschland also selten. Hier ist die Limonade deshalb ein Ereignis. Im Libanon dagegen sieht die Sache anders aus. Dort dauert der Sommer neun Monate. Im Libanon herrschen schwere Zeiten. Zitronenlimonade wird trotzdem getrunken, die Hitze macht ja auch keine Pause. Die Limonade ist dort eine Art Nationalgetränk, wie in Frankreich der Rotwein. Mit der hausgemachten Zitronenlimo, wie man sie hierzulande kennt (entweder zu fad oder zu süß), hat sie wenig gemein. Die Libanesen haben einen ganz einfachen Trick, mit dem das Getränk immer köstlich schmeckt: Orangenblütenwasser. Es wird aus den Knospen des Orangenbaums gewonnen und schmeckt süß und herb zugleich und deshalb so elegant.

Die Zitronen auspressen, Saft mit Zucker in einen Krug geben. Mit kaltem Wasser (3 bis 4 große Gläser) und ein paar Eiswürfeln auffüllen. Das Orangenblütenwasser dazugießen und umrühren. Nach Belieben mit Zitronensaft, Zucker und Orangenblütenwasser abschmecken. Ein paar frische Minzblätter hinzugeben und kalt servieren.

Wenn Sie sich nun fragen, was Sie mit der großen Flasche Orangenblütenwasser im Küchenschrank anfangen sollen: Es lässt sich zum Beispiel für einen Café blanc verwenden. Das ist eine Tasse heißes Wasser, aromatisiert mit ein paar Tropfen Orangenblütenwasser. Nach dem Essen serviert, wirkt der "weiße Kaffee" beruhigend, sodass man hinterher gut schlafen kann.

Limonade mit Orangenblütenwasser (für 3 bis 4 große Gläser)

Zutaten – 3 bis 4 große reife Zitronen, 8 TL Zucker (am besten brauner Zucker), kaltes Wasser, Eiswürfel, 8 EL Orangenblütenwasser (erhältlich in arabischen Lebensmittelgeschäften), ein paar frische Minzblätter

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