Deutschlandkarte: Sex-Kinos

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 32/2015
© Jörg Block

In Zeiten, in denen Pornofilme kostenlos im Internet abrufbar sind, verwundert es, dass es noch so viele Sex-Kinos gibt. Unsere Karte zeigt alle Städte, in denen Sex-Kinos mit mindestens einem Kinosaal existieren, Unternehmen mit Videokabinen sind nicht berücksichtigt. In Deutschland ist die Vorführung von Erotikfilmen erst seit 1975 erlaubt, bald waren die unkeuschen Lichtspielhäuser auch Hotspots der Schwulenszene. Heute sind die Kunden immer noch überwiegend Männer, doch es werden seit Jahren weniger – sogar in Städten mit weltberühmten Rotlichtvierteln wie Hamburg oder Frankfurt. Schuld ist nicht nur das Internet, sondern auch ein Kulturwandel: Während der verruchte Charme der Sex-Kinos auf ältere Besucher noch reizvoll wirken mag, hat Sex für junge Leute (auch für die Männer) die Aura des Verbotenen verloren. Sie würden es seltsam finden, sich im Dunkel eines Kinosaals zu verstecken, nur um einen Sexfilm zu sehen. Da hilft es auch nicht, dass viele Sex-Kinos Studentenrabatt anbieten.

Recherche Anton Dorow

Kommentare

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Nicht nur "der Reiz des Verbotenen" scheint mir in diesen Kinos verloren geganen zu sein. Auch das Umfeld hat sich sehr verändert. Während im Großteil der Bevölkerung Sex als etwas angekommen ist, das jeder genießen darf haben 'Un'Erotik-Kinos noch immer das dunkle und verruchte innenleben, das jedem Besucher klar macht, "Sag blos keinem, dass du hier warst ... oder es dir sogar gefallen hat". Ein solches Image zieht auch keine weiblichen Besucher an, über die sich das junge männliche (hetero) Publikum sicher auch freuen würde.

Ironrider
#3  —  24. August 2015, 12:26 Uhr

"Sex-Kinos" nennt man heute Porno-Kinos. Zum Unterschied zu früher ist heute aktives mitmachen die Regel und es gibt spezielle Räumlichkeiten dafür. Der eigentliche Film ist nur noch Nebensache. Das ist eben gerade in der Schwulenszene weit verbreitet aber es gehen da durchaus auch Hetero-Paare hin. Will man "normale" Pornos ansehen, macht man das heute ganz diskret, kostengünstig und bequem via Internet.

Cherrypicker
#4  —  24. August 2015, 12:29 Uhr

Ich kann den beiden vorherigen Leserkommentare nicht zustimmen. Weder ist Selbstbefriedigung ein ausschließliches männliches Phänomen noch werden Pornokinos auschließlich von Männern frequentiert. Pornokinos sind in den letzten Jahren vielmehr zu Treffpunkten für Swinger mutiert, die dort anonymen und öffentlichen Sex mit viel Männerüberschuss haben wollen. Und ja, gibt auch Frauen, die auf so etwas stehen. Ein jeder Jeck ist anders.