Von A nach B: Landpartie mit einem Traumtypen

© Jaguar Land Rover Deutschland GmbH
Aus der Serie: Von A nach B ZEITmagazin Nr. 32/2015

Der Land Rover Defender mit seinem zeitlosen Design kommt meinen Vorstellungen von einem Traumauto sehr nahe. Der Name und auch die Form haben etwas Beschützendes. Deshalb wird er auch gern als Retter in der Not bezeichnet. Kurioserweise hat der Wagen aber noch nicht einmal einen Airbag.

Dem Freiheitsgefühl tut das zumindest für ein Wochenende keinen Abbruch. Es sind 40 Grad vorhergesagt, und ich fahre am Freitagnachmittag mit Freunden aufs Land. Die Eltern eines Bekannten haben ein Haus in Scharpenhufe in Sachsen-Anhalt, gleich hinter der Elbgrenze zu Brandenburg.

Als ich endlich das Zündschloss gefunden habe – Kenner britischer Autos wissen natürlich, dass es sich links befindet –, schalte ich mich noch etwas holprig durch den Berliner Stadtverkehr. Auf der Autobahn geht es dann schon flüssiger. Bei Pritzwalk fahren wir auf die Landstraße ab und weiter durch die Walachei des Ostens. Ein Hundertseelendorf nach dem anderen. Zwischen Groß Pankow und Rohlsdorf bereite ich mich auf mein erstes Überholmanöver vor. Etwas hinderlich ist dabei, wenn man die Kupplung mit der Bremse verwechselt. Zu meiner Verteidigung: Ich bin nicht sonderlich groß, und die Pedale liegen beim Defender ungewöhnlich weit auseinander.

Nach gut zwei Stunden biegen wir ab und halten vor dem großen Anwesen, wo die Eltern des Freundes wohnen. Das Auto ist hier in bester Gesellschaft. Die Eltern, selbst Landwirte, erklären mir, dass er 1948 für den Einsatz auf dem Land entwickelt wurde, mit seiner groben Schaltung und dem robusten Allradantrieb sei er im Grunde ein Traktor. Man kann mit dem Defender selbst durch tiefen Schlamm fahren, aber da der Sommer einfach zu trocken ist, wird nichts aus so einer Tour. Zurück in der Stadt, will ich auf den Ku’damm abbiegen, da nähert sich von rechts ein Land Rover Defender, und der Fahrer nickt mir zu und lässt kurz sein Licht aufblinken. Weil ich am Steuer eines Defenders sitze, gehöre ich zu einem Kreis von Menschen, die guten Geschmack durch die Lichthupe loben und für die das Fahren offenbar nebensächlich ist. Leider wird der Defender aber ab kommendem Jahr nicht mehr produziert.

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor, Leistung: 90 kW (122 PS), Beschleunigung (0–100 km/h): 15,8 s, Höchstgeschwindigkeit: 144 km/h, CO 2 -Emission: 295 g/km, Durchschnittsverbrauch: 11,1 Liter, Basispreis: 31.290 Euro

Inga Krieger ist Mitarbeiterin des ZEITmagazins

Kommentare

9 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Seit langem ein Traumauto, auch für mich als Frau. Allerdings ist der Spritverbrauch schon heavy und dass es keinen Airbag gibt, ist natürlich auch nicht so optimal.
Man sollte sich aber darüber klar sein, dass es eben ein 'Nutzfahrzeug' ist, also für Kita- und Alnaturafahrten nicht gedacht ist, sondern tatsächlich für Menschen, die beispielsweise berufsbedingt viel in der Natur sind.
Ich mag auch Kleinwagen, allerdings sind die mit meiner Körpergröße nicht wirklich kompatibel.
Schade, dass er nicht mehr produziert werden soll aber die Älteren sind meist eh die Besseren, siehe Bulli ;)

Gelöschter Nutzer 7219
#3  —  21. August 2015, 22:37 Uhr

Ein tolles Auto, das weltweit in den härtesten Gegenden zum Einsatz kommt - nicht umsonst heißt es 'Landies tamed Africa." Schade nur, dass die Zuverlässigkeit sehr zu wünschen übrig lässt und viele Modelle mehr Zeit in der Werkstatt verbringen als im Gelände. Wer ein zuverlässiges Arbeitstier sucht, der greift mittlerweile eher zum Toyota Landcruiser oder Nissan Patrol.