Von A nach B Hotel auf Rädern

© Daimler AG
Unsere Autorin fährt mit dem Mercedes-Benz Marco Polo 250 BlueTEC von Pontresina an den Comer See. Von
Aus der Serie: Von A nach B ZEITmagazin Nr. 35/2015

Das Auto piepst wieder. Dieses Mal ist es nicht, wie vor ein paar Tagen, der Alarm. Da hatte ich nachts schlaftrunken von innen die Tür geöffnet, ohne das Auto zuvor entriegelt zu haben. Und es ist auch nicht die Information über zu nahe kommende Parkhauswände, andere Wagen oder Kühe auf der Passhöhe, die neugierig ihre Nase zum Seitenfenster hereinstecken.

Das Piepsen ist schrill. Die Anzeigen aber zeigen nichts an. Die befragten Nachbarn wissen keinen Rat. Wir haben das Dach aufgestellt und runtergefahren, haben das Gas nochmals zugedreht, alle Türen geöffnet und geschlossen, doch der Alarm plärrt weiter. Der über die Zentrale telefonisch zugeschaltete Mechaniker in Hamburg kann auch nicht helfen. Es bleibt nur die Fahrt zur nächsten Werkstatt, in Samedan, rund zehn Kilometer entfernt.

Es ist unser letzter Urlaubstag auf dem Schweizer Campingplatz am Fuße des Morteratschgletschers – mit 1850 Metern der höchstgelegene Campingplatz Europas. Wir wollen hinauf zur Segantini-Hütte auf 2731 Meter und nicht einen Campingbus zur Werkstatt begleiten. Die Gesichter der Kinder sind lang, die Stimmung ist angespannt. Nach einigen Kilometern Fahrt jedoch hört der kreischende Alarm einfach auf. Es ist schon spät geworden, und so beschließen wir spontan, zum Baden nach Italien an den Comer See zu fahren, anstatt zu wandern.

Die Fahrt vorbei an St. Moritz, den Malojapass hinauf und wieder hinunter in das Bergell versöhnt mich mit dem Auto. Mühelos und elegant nimmt der Marco Polo die scharfen Serpentinen, gelegentlich fühlt es sich an, als säße man in einem Sportwagen. Dass er dabei durchschnittlich unter neun Liter auf 100 Kilometern verbraucht, ist erstaunlich. Auch sonst passt das Auto perfekt in diese Zeit, in der Camping nicht bedeutet, auf den Cappuccino am Morgen und ein gemütliches Bett am Abend zu verzichten.

Nach über einer Woche an einem acht Grad kalten Gletschersee quietschen die Kinder vor Vergnügen, als sie einige Zeit später bei flirrender Hitze in den Comer See springen.

"Endlich Ferien!", sagt meine Tochter.

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor, Leistung: 140 kW (190 PS), Beschleunigung (0–100 km/h): 10,9 s, Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h, CO 2 -Emission: 164 g/km, Durchschnittsverbrauch: 6,2 Liter, Basispreis: 39 913 Euro

Elisabeth Knoblauch ist Redaktionsassistentin im Ressort Politik der ZEIT

Kommentare

6 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Ich denke für den Preis von 39 900 gibt es sicher keinen MB Marco Polo 250, sondern nur die billigere Schwestervariante" ohne Küchenzeile, Tisch etc, und nur Schlafmöglichkeiten.
Auch mir bleibt das Ziel dieses Kurzaufsatzes ohne jegliche nähere Infos zum Auto absolut rätselhaft
Für das Auto sind eher 50- 60.000 Euro fällig . Käuferschicht bzw. Zielgruppe dürften überwiegend solvente Pensionäre und urbane Doppelgutverdiener mit max. 1 Kind sein.