Deutschlandkarte: Auflassorte für Brieftauben

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 36/2015

Es war eine Brieftaube, die im Jahr 1815 die Nachricht vom Sieg über Napoleon bei Waterloo nach England brachte. Heute transportieren die domestizierten Vögel keine weltbewegenden Botschaften mehr, sie müssen aber trotzdem noch beweisen, was sie können. Und zwar in Flugwettbewerben. Dafür werden die Tiere zu einem sogenannten Auflassort gebracht (einem Sportplatz oder einer Wiese in einem Gewerbegebiet zum Beispiel), von wo aus sie so schnell wie möglich nach Hause finden müssen. Fast 300 solcher registrierten Auflassorte gibt es im ganzen Land. Wie die Tauben es schaffen, von dort auf direktem Wege ihren Heimatschlag anzusteuern, ist nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich nutzen sie den Stand der Sonne und das Erdmagnetfeld zur Orientierung. Bei guten Wetterbedingungen können sie bis zu 120 km/h schnell fliegen und 1.000 Kilometer am Tag zurücklegen. Übrigens werden Brieftauben nicht – wie die Stadttauben – "Ratten der Lüfte" genannt, sondern: "das Rennpferd des kleinen Mannes".

Recherche: Anton Dorow
Quelle: Verband Deutscher Brieftaubenzüchter

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