Von A nach B: Keine Zeit zum Testen

© Hyundai Motor Deutschland GmbH
Unser Autor macht mit dem Hyundai i40 Kombi 1.7 CRDi Familienurlaub in Oberbayern. Von
Aus der Serie: Von A nach B ZEITmagazin Nr. 36/2015

"Wie heißt die Marke?", fragt der Jungbauer. – "Hyundai." – "Hä?" – "Hyundai! Die Marke!" – "Ach so."

Wir sind im Kerngebiet Oberbayerns. Zum Urlauben auf dem Bauernhof und um diesen koreanischen Kombi zu testen. Erster Eindruck: Respekt. Der Kofferraum schluckt sämtliches Familienurlaubsgepäck, trotzdem wirkt der Wagen von außen nicht langweilig-lieferwagenhaft. Und im Innenraum gibt es diverse Verlockungen: Parkpiepser. Rückfahrkamera. Vordersitze, die sich beheizen und kühlen lassen, abwechselnd natürlich.

Aber: Taugt der Koreaner für den harten deutschen Familienalltag?

Um das zu ermitteln, waren diverse Tests im Gespräch. Die Tochter etwa hatte vorgeschlagen, eins der Kälbchen von der Weide in den Gepäckraum zu laden und dann die Serpentinenstrecke vom Kochel- zum Walchensee hochzurasen.

Doch dazu kommt es nicht, denn die Tochter fällt, schreit und hält sich den Fuß. Wir rasen also erst mal in die Kreisklinik. Learning 1: Beim Anfahren gibt es ein Tempoloch, aber sonst lässt sich diese Familienkutsche auch sportlich bewegen. Kaum zurück, fällt uns ein, dass wir die Mutter zu einem Termin fahren müssen. Learning 2: Auf dem Rücksitz ist Platz für drei Erwachsene. Und abends entdecken wir in der Wohnung schreiend eine Maus. Learning 3: Der automatisch schließende Kofferraum des i40 sichert dem Mausefallenkäufer vor dem Gartenmarkt den großen Auftritt. Am nächsten Morgen muss eine bessere Falle gekauft, dann müssen Verwandte besucht werden. Tags drauf ist wieder keine Zeit für einen Test: Eine noch bessere Falle muss her, dann ein See. So geht es weiter: Es ruft der Berg. Man flieht vor einem apokalyptischen Alpengewitter. Man fährt im Dunkeln zehn Kilometer in einen Ort, in dem sich keine Maus auskennt, um dort auf der Straße vorsichtig die zugeschnappte Lebendfalle zu öffnen (die leider leer ist). Immer ohne Murren dabei: der Hyundai, den ordentlich zu testen das Leben einfach keine Zeit lässt.

Bis wieder der Jungbauer aus seinem Kombi steigt, einem urbayerischen Fabrikat. "Sieht gut aus, dein Teil. Wollen wir mal tauschen?" – "Hä?" – "TAUSCHEN: Du fährst mein Auto, ich deins!?"

Kann es für einen Koreaner in Bayern ein größeres Kompliment geben?

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor, Leistung: 104 kW (141 PS), Beschleunigung (0–100 km/h): 11 s, Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h, CO 2 -Emission: 125 g/km, Durchschnittsverbrauch: 4,8 Liter, Basispreis: 32.430 Euro

Mark Spörrle ist stellvertretender Chef vom Dienst bei der ZEIT

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