Gesellschaftskritik: Über Weltverbesserer

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Aus der Serie: Gesellschaftskritik ZEITmagazin Nr. 41/2015

Beim UN-Nachhaltigkeitsgipfel in New York saßen vier Menschen, die gerade dabei sind, die Welt zu verbessern, gemeinsam an einem Tisch: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Angela Merkel, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sowie Bono, der Sänger von U2, der immer in der Nähe ist, wenn irgendjemand irgendwo "sustainability" sagt. Da sich ein Investigativreporter der Gesellschaftskritik unter den Tisch schmuggeln konnte, erfährt die Welt nun, worüber die Viererbande des Guten so geplaudert hat.

Merkel: "Herr Zuckerberg, Mark, haben Sie schon davon gehört, dass es bei Facebook rassistische Hasskommentare zur Flüchtlingskrise geben soll, die im Unterschied zu Fotos von nackt badenden Ossis nicht gelöscht werden?"

Zuckerberg: "Ich denke, wir müssen daran arbeiten."

Merkel: "Will Facebook denn das künftig besser machen?"

Zuckerberg: "Yeah."

Ban: "Ich begrüße es sehr, dass wir so offene und konstruktive Gespräche führen und dass ..."

Merkel: "Mark, wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass Ossis in Urlaubssituationen ihren nackten Körper zeigen, dann ist das nicht mein Neuland."

Bono: "Können wir nicht ein Naked-Ossi-Aid-Konzert machen?"

Zuckerberg (flüstert): "Wer ist der alte Mann da?"

Merkel: "Der UN-Generalsekretär!"

Zuckerberg: "Nein, der andere."

Merkel: "Ich glaube, der war mal bei den Puhdys."

Ban: "... wir in der Flüchtlingsfrage ..."

Merkel: "Wir schaffen das!"

Ban: "... darin übereinstimmen, nicht darüber einzustimmen."

Zuckerberg: "Gefällt mir!"

Bono: "Ich ruf den Bob Geldof an, dann organisieren wir ein Refugee-Aid-Konzert. Lebt Townsend eigentlich noch?"

Merkel: "Wie viele Freunde haben Sie denn, Mark?"

Bono: "Wir dürfen natürlich den Klimawandel und die Ausbeutung der Kleinbauern durch die global agierenden ..."

Zuckerberg: "Freunde? Ich hasse Freunde, diese ..."

Bono: "... Agrarmultis nicht vergessen."

Zuckerberg: "... hirnerweichten Internet-Deppen, die mich reich gemacht haben."

Merkel: "War das jetzt hate speech?"

Zuckerberg: "Löschen, sofort löschen!"

Ban: "Ich freue mich schon auf weitere offene Gespräche zu anderer Zeit."

Bono: "But I still haven’t found what I’m looking for."

Kommentare

4 Kommentare Kommentieren
max-kien
#2  —  12. Oktober 2015, 10:03 Uhr

Merkel hat Zuckerberg nur gebeten die Hasskommentare gegen ihre neuen Schützlinge zu löschen. Sie hat vergessen darum zu bitten auch die Pauschal-Reiseangebote der Schlepper zu löschen.
Damit hätte sie dem Land für das sie einen Eid schwor gedient. Und zahllosen Migranten, die Unsummen ausgeben um hier den Rest ihres Lebens in einem zunehmend ramponierten Sozialsystem zu landen. Statt gute Jobs, Häsuer und Autos zu finden. Weil Linke und Grüne sich verrannt haben in die Position das sei "human" und man müssen den Rechten in allem widersprechen.