© Silvio Knezevic

Wochenmarkt: Konsens-Rosenkohl

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Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 41/2015

Viele Leute haben eine Meinung zu Rosenkohl, sogar eine leidenschaftliche Meinung: Die einen hassen und die anderen lieben ihn. Aber der Rosenkohl polarisiert nicht, wenn er gebraten oder im Ofen gebacken wird. Dann hat er nämlich nicht diesen kohligen Geschmack, der lange nach dem Kochen noch in der Wohnung hängt und den viele nicht mögen. Stattdessen schmecken die Röschen nussig und fast ein bisschen süß. So kann man eine ganz neue Seite an einem Gemüse entdecken, das man schon lange kennt. Dem gebratenen Rosenkohl begegnet man jetzt seit Neustem auch auf der Lunchkarte in der Cafeteria des Museum of Modern Art in New York. Ich persönlich freue mich, dass das Gemüse nun auf diese Weise die Anerkennung bekommt, die es verdient. Ich möchte nur festhalten, dass ich den Rosenkohl schon geliebt habe, als er zerkocht neben einem trockenen Stück Fleisch auf meinem Teller lag. Für mich muss er nicht so tun, als wäre er etwas Besseres, aber ich respektiere es, dass er offenbar nach Höherem strebt.

Für dieses vom MoMA inspirierte Rezept wird Öl in der Pfanne erhitzt, darin brät man den Rosenkohl ungefähr 5 bis 8 Minuten lang. Aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen. In derselben Pfanne Speck anbraten, ungefähr 5 Minuten lang. Dann Schalotte und Knoblauch dazu, salzen und großzügig pfeffern. Den Essig unterrühren und weitere 5 Minuten dünsten. Pilze dazugeben und etwa 5 bis 8 Minuten bei geschlossenem Deckel dünsten, bis sie gar sind. Falls Flüssigkeit fehlt und das Ganze anzubrennen droht, noch etwas Essig dazugießen. Rosenkohl wieder dazugeben, mit Zitronensaft abschmecken, sofort servieren.

Rosenkohl mit Pilzen und Speck (für 3 bis 4 Personen)

Zutaten – 2 EL Oliven- oder Rapsöl, 700 g Rosenkohl (geputzt und geviertelt), 150 g Speck (gewürfelt), 1 bis 2 Schalotten (gehackt), 4 Knoblauchzehen (gehackt), Salz, Pfeffer, 3 EL Essig, 350 g Pilze (Steinpilze, Pfifferlinge, Kräuterseitlinge und/oder Shiitake, halbiert oder geviertelt), Saft von ½ Zitrone

Kommentare

9 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren
Stefan Stulle
#3.1  —  26. Oktober 2015, 12:41 Uhr

Probieren sie, ihn zu fermentieren. Entblättern und Strunk entfernen ( verfluchte Arbeit, am besten beim Fernsehen), wiegen und 3% der Masse an Salz zugeben, alles locker verkneten. Dann eine Woche im Warmen stehen lassen, bis alles wie Sauerkraut fermentiert. Anschließend ein paar Tage im Kühlschrank reifen lassen. Er hält sich auch ein paar Monate im Kühlschrank.