Der Tag, an dem ich stutzig wurde, war ein Dienstag im Januar vor drei Jahren. Als Reporter berichte ich über Sekten, Islamisten und immer wieder über: Neonazis. Das Schwierigste in unserem Job ist, Vertrauen zu Informanten aufzubauen und ihnen glaubhaft zu garantieren, dass sie und ihre Informationen sicher sind. Bis zu diesem Januartag ging ich davon aus, ohne Beobachtung der Sicherheitsbehörden frei recherchieren zu können. Mit einer Mischung aus Naivität und dem Glauben, einfach zu unrelevant für Geheimdienste und Polizeiermittler zu sein, schrieb ich unverschlüsselte Mails und plauderte mit Informanten unbefangen am Telefon.
Überwachung: Agent in eigener Sache
Unser Autor wollte herausfinden, was der Verfassungsschutz über ihn weiß.
Von
Christian Fuchs