Wundertüte Seifenblasen

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ZEITmagazin Nr. 8/2016

Als die ZEIT am 21. Februar 1946 Jahren zum ersten Mal erschien, lag ihr noch kein ZEITmagazin bei. Zum 70. Geburtstag fragte sich die Redaktion des ZEITmagazins, wie ein solches Heft wohl ausgesehen hätte und wie das Lebensgefühl der Deutschen darin beschrieben worden wäre. Für die Jubiläumsausgabe der ZEIT ist 70 Jahre später genau dieses Magazin aus dem Februar 1946 entstanden, dem auch dieser Text entstammt.

Seifenblasen sind schön. Die wabernden Kugeln bringen schillernde Farben in das Grau der Stadt. Und sie lassen sich sehr einfach herstellen: Aus einem etwa dreißig Zentimeter langen Trauerweidenzweig wird eine Öse geformt. Dann füllt man einen Eimer mit Wasser und löst darin Kern- oder Schmierseife. Der Weidenzweig wird in die Lauge getaucht, es bildet sich eine dünne Schicht Seifenwassergemisch in der Öffnung des Astes. Dann kann die Seifenblase vorsichtig herausgepustet werden. Je größer die Öse im Weidenzweig, desto größer die bunten Bläschen. Leider sind Seifenblasen zarte Gesellen. Sie platzen beim kleinsten Windstoß oder bei einer Druckveränderung. Um ihre Langlebigkeit zu verbessern, kann der Seifenblasenproduzent Glyzerin hinzugeben. Damit platzen sie zwar immer noch zu schnell, aber man kann ihr buntes Treiben einige Sekunden länger in der Luft betrachten.

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