Unter Strom Mirko Borsche testet eine Taschenlampe, die von Hand betrieben wird

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ZEITmagazin Nr. 8/2016

Als die ZEIT am 21. Februar 1946 Jahren zum ersten Mal erschien, lag ihr noch kein ZEITmagazin bei. Zum 70. Geburtstag fragte sich die Redaktion des ZEITmagazins, wie ein solches Heft wohl ausgesehen hätte und wie das Lebensgefühl der Deutschen darin beschrieben worden wäre. Für die Jubiläumsausgabe der ZEIT ist 70 Jahre später genau dieses Magazin aus dem Februar 1946 entstanden, dem auch dieser Text entstammt.

Licht ist ja in diesen Tagen keine Selbstverständlichkeit. Strom ist rationiert, Streichhölzer sind knapp und teuer. Da ist es an der Zeit, ein Produkt zu würdigen, das uns wirklich nützt: die Dynamo-Taschenlampe. Ein äußerst beliebtes Exemplar stammt von der Firma Braun, die vor dem Krieg durch ihre Kofferradios und die bahnbrechende Kombination von Radio und Plattenspieler bekannt wurde. In den zerstörten Produktionsstätten in Frankfurt am Main ist nun das erste Produkt, das wieder hergestellt wird, die Taschenlampe Manulux. Ihr Name verrät, dass sie nur auf die Kraft einer Hand angewiesen ist. Sie funktioniert immer, ganz ohne Batterien (diese entladen sich ja auch im ausgeschalteten Zustand, sodass man sich letztendlich nicht auf sie verlassen kann).

Die Lampe leuchtet auf, wenn man ihren Griff wiederholt gegen einen Federdruck in das Gehäuse hineindrückt. Durch das stetige Drücken wird im Innern der Lampe ein Dynamo angetrieben, der genau umgekehrt funktioniert wie ein Motor: Er setzt nicht elektrische Energie in Bewegungsenergie um, sondern die mechanische Leistung wird zu Elektrizität. So leuchtet die kleine Glühlampe auf, immer wenn man sie braucht. Auch das Design der Manulux überzeugt: Ihre runde Form liegt gut in der Hand, und auf dem Foto unten sieht man, dass man den Griff einklemmen kann, wenn man die Lampe nicht braucht. So passt die Lampe bequem in die Hosentasche, für alle Fälle.

Technische Daten

Größe: 9 x 5 cm; Gewicht: ca. 160 g; Gehäusematerial: Bakelit

Mirko Borsche, Creative Director des ZEITmagazins, schreibt jede Woche die Kolumne "Unter Strom"

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