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Wundertüte: Essstäbchen für ungeübte Kinderfinger

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Aus der Serie: Wundertüte ZEITmagazin Nr. 12/2016

Aller Anfang im Umgang mit asiatischen Essstäbchen ist schwer: Daumen und Zeigefinger halten verkrampft die Stäbchen, doch nichts lässt sich greifen. Entnervt legt man das fremdartige Besteck zur Seite und nimmt stattdessen wieder die Gabel. Franziska Krüger wollte es ihren Töchtern, vier und neun Jahre alt, einfacher machen. Krüger experimentiert gern mit asiatischer Küche – ihren Kindern hätte sie auch erlaubt, den Reis mit dem Löffel zu essen, doch die Mädchen beharrten darauf, jedes einzelne Körnchen mit den Stäbchen aufzulesen. Auf ihrem Blog Elbekind zeigt Franziska Krüger, wie man Stäbchen so präpariert, dass Kindern der Gebrauch leichter gelingt: Man faltet ein Papiertaschentuch, ein Stück Küchenkrepp oder die Papierhülle von Einweg-Stäbchen so oft, bis ein kleines, dickes Rechteck entsteht. Das klemmt man zwischen die Enden der Stäbchen (am besten eignen sich eckige Stäbchen aus Holz, wie man sie beispielsweise in Sushi-Läden bekommt) und verbindet diese dann mit einem Gummiband. So lässt sich das Stäbchen wie ein Stift halten. Übrigens lernen auch Kinder in Japan auf diese Art das Essen mit Stäbchen.

Kommentare

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Übungsstäbchen für Kinder kann man auch kaufen; man muß nicht unbedingt basteln. Mal abgesehen davon wird z.B. auch in China der Reis oft mit dem Löffel gegessen. Wer ihn mit Stäbchen ißt, fischt dann aber auch selten die letzten Reiskörner einzeln raus (v.a. auch weil Reste normalerweise sowieso einfach in der Schale gelassen werden, Verschwendung ist hier kein Thema), sondern die Schale wird an den Mund geführt & die Stäbchen als Schaufel benutzt.
Da ich dies als eher unästhetisch empfinde, picke ich die letzten Reiskörner auch einzeln raus, aber Chinesen finden das eher lustig.

Meine Mutter hat uns das Stäbchenessen ganz ohne Gummibandtricks beigebracht. Das hat, glaube ich, nicht gleich beim ersten Mal geklappt, aber für mich war schon sehr früh Stäbchenessen genauso selbstverständlich wie mit Messer und Gabel, und ist z.B. auch beim Herausfischen von Gurken aus dem Glas viel praktischer. Gleich auf die richtige Weise probieren ist eh effektiver.