Unter Strom Mirko Borsche testet ein Licht, das in der Flasche leuchtet

Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 16/2016

Der April ist ein gemeiner Monat. Als wüsste er, wie sehr wir uns jetzt nach Wärme sehnen, schickt er uns immer ein paar wunderbar frühsommerliche Tage, an denen wir zögerlich erst den Schal und dann die Winterdepression ablegen, und wenn wir dann draußen einen ersten Kaffee trinken und denken: Ja, der Sommer kommt! – dann wird es wieder kalt. Manchmal bleibt es das bis zum Juli. Eine wirklich ganz miese Nummer.

Aber wenn der Sommer kommt, will ich vorbereitet sein. Zum Beispiel, wenn man an einem schönen Sommerabend draußen bei einer Flasche Wein sitzt und es langsam dunkel wird. Da schien mir dieses bottle light von Suck UK eine wirklich süße Idee zu sein: An einem Korken hängt ein LED-Licht, das die Flasche von innen zum Leuchten bringt. Licht leuchtet wärmer hinter farbigem Glas, daher sind ja kleine bunte Gläser mit Kerzen so beliebt. Nur sind die halt nicht immer windfest. Wie so oft im Leben war die Idee des Flaschenlichts aber besser als die Umsetzung: Es sieht ziemlich billig aus. Der Korken verschließt die Flasche auch nicht richtig, weshalb ich (bitte nicht nachprüfen, glauben Sie mir einfach) von einem Gebrauch mit noch voller Rotweinflasche dringend abrate. Es ist ein reines Deko-Element, als solches aber auch enttäuschend: Beim ersten Benutzen dachte ich, es sei ausgegangen, so schwach leuchtet es. Man sieht das Licht eigentlich nur, wenn es stockdunkel ist. Und die Laufzeit des Akkus (man lädt die Lampe mit einem USB-Kabel auf) ist kürzer als jeder Sommerabend. Vielleicht finde ich ja noch eine bessere Ausführung dieser schönen Idee, bis der Sommer kommt. Erfahrungsgemäß habe ich bis dahin noch jede Menge Zeit.

Technische Daten

Material: Kork; Größe: 5,1 x 2,3 x 2,3 cm; Akku aufladbar mit USB-Ladekabel; LED-Lampe; Preis: ca. 14 Euro

Mirko Borsche, Creative Director des ZEITmagazins, schreibt jede Woche die Kolumne "Unter Strom"

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