Wundertüte Ein Steckstuhl aus Holz

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Aus der Serie: Wundertüte ZEITmagazin Nr. 19/2016

Schon bald bricht die Zeit des Zeltens an. Dann teilt sich Deutschland wieder in gepflegte Luxuscamper und derbe Naturburschen. Während Erstere kuschelige Sessel in den Wohnwagen tragen, machen es sich Letztere gern auf einem selbst gesägten Holzstuhl – auch Steck-, Wikinger-, Trapper- oder afrikanischer Stuhl genannt – bequem. Auf der Webseite instructables.com/id/Plank-Chair wird gezeigt, wie man so einen Holzstuhl selbst baut. Das Prinzip ist einfach: Zwei Holzbretter werden so zurechtgesägt, dass sie ineinandergesteckt ein X ergeben.

Zuerst kürzt man für den Sitz die Seiten des kürzeren Bretts (0,90 Meter) ein: Etwa 35 Zentimeter von einem der Brettenden entfernt werden rechts und links fünf Zentimeter Holz weggenommen, sodass eine T-Form entsteht. Dann wird dem längeren Brett (1,20 Meter) mit einer Stichsäge, ebenfalls ungefähr 45 Zentimeter von einem Brettende entfernt, ein rechteckiges Loch verpasst, das mit 20 mal 4 Zentimetern dem Maß des verjüngten Brettendes entspricht. Für dieses Einsteckloch bohrt man am besten die vier Ecken mit einem großen Holzbohrer vor, steckt dann das Stichsägeblatt in die Löcher und führt es von Ecke zu Ecke. Nun kann man das verjüngte Brett durch den Schlitz stecken. Durch den entstehenden Winkel eignet sich der Stuhl schon jetzt zum Sitzen. Doch zunächst muss man noch am Brettende vorne unten die Ausbuchtung hineinschneiden, die zwei kurze Stuhlbeine ergibt. Dazu den Winkel mit Augenmaß abschätzen und mit einem Stift markieren, dann das Holz entsprechend schräg trimmen. Abschließend Bretter und Kanten mit Schmirgelpapier schleifen. Übrigens lässt sich der Holzstuhl mit einem Handgriff wieder in zwei Bretter zurückverwandeln und im Campinggepäck verstauen.

Kommentare

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Die Idee ansich ist ja ganz pfiffig (sieht auch gut aus), aber als (Handwerks-) Laie würde mich mal interessieren, welches Holz in welcher Stärke idealerweise zu verwenden ist, damit ein erwachsener Mensch mit 80-100 kg Gewicht dauerhaft darauf sitzen kann. Das Ding soll ja auch eine Weile halten und nicht brechen oder sich durchbiegen.

Wäre es nicht rein statisch auch sinnvoll, die horizontalen Kanten der Ausparung, in die das Sitzbrett gesteckt wird, angeschrägt zu sägen, wenn die Bretter, wie auch dem Bild zu sehen, nicht im 90-Grad-Winkel gesteckt werden?

Dabei stößt dann sicher auch eine Handstichsäge an ihre Grenzen. Also ist schon schwereres stationäres Gerät nötig.

Nette Idee... Ohne weitere Angaben ist allerdings dringend vom Nachbau und v.a. der Nutzung dringend abzusehen. Holzsorte, Dicke des Materials (und der Last ;-) bestimmen entscheidend die Stabilität. Ich vermute, dass man halbwegs gefahrlos zwei 10cm dicke Bohlen aus Eiche dazu nutzen könnte - aber wie klobig ist DAS denn? Abgesehen vom Gewicht (ca. 15 Kilo) ist das Konstrukt, soweit erkennbar, eher ungeeignet für Camping oder ich-stell-mal-rasch-einen-Liegestuhl-auf.