© Silvio Knezevic

Wochenmarkt: Rhabarber fürs ganze Jahr

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Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 21/2016

Es gab mal eine Kochkolumne in einem Magazin, die hieß "Nur drei" oder so ähnlich. Das waren sehr schöne Rezepte, für die man allerdings immer mindestens zehn Zutaten brauchte. Es ging eben um die Idee, dass man wenig Zutaten braucht, weshalb sieben Zutaten einfach nicht mitgezählt wurden. So ist es oft beim Thema Essen: Der schöne Gedanke ist stärker als die Wirklichkeit. Ein Tee heißt natürlich nicht Kirscharomatee, sondern Kirschtee. Ich verstehe allerdings nicht ganz, warum Essen überhaupt romantisiert werden muss: Macht doch auch so Spaß. Die Lebensmittelproduzenten haben mit falscher Romantik jedenfalls viel Vertrauen verspielt. Während Lebensmittel heute so sicher sind wie nie zuvor, traut niemand mehr den Herstellern über den Weg.

Für diese Rhabarbermarmelade braucht man wirklich nur drei Zutaten. Andererseits: Was sollte man in Marmelade auch sonst noch hineinmischen? Wenn man seine Marmelade zu Hause am Herd selbst herstellt, kann man im Gegensatz zu den industriellen Produzenten ja sehr gut auf Kaliumsorbat und gehärtetes Palmöl verzichten. Ein paar Erdbeeren könnte man hinzufügen oder auch Himbeeren. Vor allem wenn man nur sehr sauren Rhabarber findet, ist das eine gute Idee. Zunächst den Rhabarber putzen, in 1 Zentimeter große Stücke schneiden. In einen Topf geben. Vanillemark und Gelierzucker hinzufügen. Einige Stunden ziehen lassen (oder nach Packungsangaben des Gelierzuckers zubereiten). Aufkochen, fünf Minuten kochen lassen. Mit dem Stabmixer pürieren und dann heiß in saubere Schraubgläser abfüllen. Gläser auf den Kopf stellen, sodass ein Vakuum entsteht. Das ist sicher nicht die ganz korrekte Art, Marmelade abzufüllen, denn nichts daran ist steril, aber bei mir funktioniert es und bei Ihnen, liebe Leser, sehr wahrscheinlich auch.

Rhabarbermarmelade

Zutaten – 500 g Rhabarber, Mark einer halben Vanilleschote, 250 g Gelierzucker (2 : 1)

Kommentare

12 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren
Stormcrovv
#2  —  28. Mai 2016, 8:57 Uhr

Klingt gut! Für die Zubereitung kann man unter Umständen auch den Brotbackautomaten "mißbrauchen" - viele haben extra Programme für Kompott und Marmelade. Wenn man beim Abfüllen auf Nummer sicher gehen will, gibt man noch ein wenig hochprozentigen Rum dazu, bevor man den Deckel drauf macht. Ich hatte nie wieder ein Glas mit Schimmel, seitdem ich das mache - scheint also zu wirken! :-)

Stormcrovv
#3  —  28. Mai 2016, 9:08 Uhr

Rhabarber pur ist eine feine Sache - aber als 1:1 Mix-Marmelade mit Erdbeeren schmeckt das ganze noch besser finde ich. Kann man auch wunderbar im Brotbackautomaten zubereiten - meiner hat ein extra Programm dafür!
Besonders zu empfehlen, wenn man einen Herd mit Ceranfeldern hat. Eingebrannter Gelierzucker auf Ceranfeldern gehört zum schlimmsten, was einem damit passieren kann..
Ansonsen ist es eine gute Idee, nach dem Einfüllen noch einen Schuß hochprozentigen Rum zuzugeben - nicht als Zutat sondern zur Konservierung!

sandor -the hound- clegane
#3.1  —  28. Mai 2016, 11:53 Uhr

1.1 ist mir zu wenig Rhabarber! Etwas Himbeermark (mag keine Kerne!) für die Farbe, und rundet den Geschmack schön ab. Vanille kommt als Schote mit rein, das Stück kann man später beim essen leich aussortieren.

Topf groß genug wählen, dann kocht nix über (eingebrannter Zucker ist nicht nur auf Ceran lästig...), Brotbackautomat halte ich persönlich für überflüssigen Schnickschnack. Brot backe ich im Ofen.

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@Frau Raether: Die Kolummne gab's im Magazin der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG. Schon recht lange her, aber waren schöne Rezepte, hab ich viel gelernt damals... Und wirklich nur drei Zutaten, lediglich Mehl, Salz , Wasser etc. wurde nicht mitgezählt