Unter Strom: Mirko Borsche testet eine Stereoanlage, die sich Musik aus dem Netz holt

© Yamaha
Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 33/2016

Jeder erinnert sich wahrscheinlich an seine erste Stereoanlage. Ich bekam meine zur Konfirmation und weiß noch genau, wie unglaublich ich mich gefreut habe, als ich mit meiner Mutter losfuhr, um sie mir auszusuchen. Eine Stereoanlage war damals ja ein richtiges Statussymbol. Und ich habe meine auch lange behalten, bis ins Studium hinein.

Ich weiß nicht, ob sich Jugendliche heute noch Stereoanlagen wünschen. Jetzt gibt es Bluetooth-Boxen, und wer eher unsentimental gestrickt ist, trennt sich sogar von Platten und CDs, nimmt ja alles auch Platz weg. So einer bin ich nicht: Mir ist guter Klang wichtig. Und mein Plattenspieler ist mir heilig. Allerdings ist meine Anlage schon älter: Wenn ich meinen Laptop oder mein Handy anschließen will, brauche ich ein Kabel.

Im Büro haben wir nun eine Anlage getestet, die etwas mehr draufhat: die MCR-N870D von Yamaha. Bislang hatten wir im Büro nur eine Bluetooth-Box. Anders als bei ihr laufen aber bei der Anlage die Daten für Spotify, Napster oder Juke nicht mehr über das Telefon oder den Laptop, die Anlage holt sich das Signal direkt aus dem Netz. Das Handy ist dann nur noch Fernbedienung, das schont die Batterie. Bluetooth und Apple Airplay sind in die Anlage integriert. Sie ist zudem Teil des Music-Cast-Systems von Yamaha, das heißt, man kann sie ins Wohnzimmer stellen und mit den passenden Lautsprechern die Musik in jedem Raum der Wohnung empfangen, kabellos. Da habe ich schon kurz überlegt, ob ich meine Anlage mal austauschen sollte. Bis ich gemerkt habe, dass der Yamaha ein entscheidendes Detail fehlt: ein Anschluss für einen Plattenspieler.

Technische Daten

Bluetooth; Wi-Fi; Airplay; Maße Receiver: 314 x 70 x 342 mm, CD-Player: 314 x 70 x 338 mm, Lautsprecher: 176 x 310 x 327 mm; Preis: ca. 1.000 Euro

Kommentare

41 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren
Zeitler70
#1  —  19. August 2016, 8:24 Uhr

Man kann auch beides kombinieren, eine klassische Stereoanlage mit gutem Klang und Musik aus dem Netz für den Alltag.
Leider findet man kaum noch Systeme die einen eigenen Controller mitbringen, weil fast alle auf günstige Apps setzen. Sonos z.B. Dabei will ich nicht bei jedem Senderwechsel (jede halbe Stunde Dank Werbung) erst das Smartphone aufwecken, entsperren und die App nach vorne holen. Da ist eine simple FB einfach praktischer.

Dem Autor ist also guter Klang wichtig, aber die Musik holt er sich gerne direkt aus dem Netz. Da fragt man sich, wie das zusammen geht. Ich habe jedenfalls noch nicht gehört, dass Spotify und Co. wav-files mit 44100 Abtastwerten je Sekunde oder mehr anbieten. MP3 und guter Klang - das kann es nicht geben, selbst mit der besten HiFi-Anlage. Das ist, als würde man einen BigMac im 4-Sterne-Restaurant verspeisen.

Das ist schnellhören für ahnungslose Menschen bzw. die breite Masse. Wer einmal vor einer Anlage von Myryad stand und Triangleboxen sein eigen nennen darf, der weiß was man für guten Sound bekommen kann. Leider geht der Trend zu Bluetooth-box im Dauerbeschallungszustand ohne Soundqualität im 128kbit-Stil... Die breiete Masse darf den billigen Sound lieben, weil sie daran gewöhnt ist, der Liebhaber wird es aber nicht akzeptieren. Analoger Sound ist immer noch in seinem Klangspektrum besser als der digitale! Wer Schlagermusik hören möchte, der darf ruhig digital gehen... Auf die eins.