Deutschlandkarte Denkmalgeschützte Kioske

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 36/2016

Gerade herrscht Aufregung in Paris, weil die Kioske aus dem 19. Jahrhundert durch Kioske moderner Bauart ersetzt werden sollen. Entstanden sind die Pariser Kioske nach Berliner Vorbild, die ersten trugen sogar noch die deutsche Aufschrift "Trinkhalle". Martin Gropius hatte 1859 eine "bewegliche Trinkhalle" aus Holz entworfen, in der es trinkbares Wasser gab, was damals noch nicht aus den Leitungen kam. Zeitungen, Tabak oder Eis am Stiel kamen erst später dazu. Die Gropius-Kioske sind alle aus dem Berliner Stadtbild verschwunden, dafür werden andere Kioske als Denkmäler geehrt, mehr als 200 in ganz Deutschland. Offenbar ist der Kiosk eine Art Igel unter den Gebäuden, putzig und äußerst beliebt. Stets ist der Unmut groß, wenn ein alter Kiosk verschwindet. So war es auch in Bonn, als vor zehn Jahren der Kiosk im Regierungsviertel einer Großbaustelle wich. Die Lokalpresse sehnt seither den Wiederaufbau herbei. Wiederaufbau-Gegner, wie man sie von Schlössern und von Kirchen kennt, sind bisher nicht in Erscheinung getreten.

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