Die Reise zum Ursprung der Menschheit dauert drei Tage. Sie führt in die Wildnis Kenias. Am Turkana-See haben Archäologen soeben die Überreste der ersten menschlichen Kultur überhaupt entdeckt, sie ist 3,3 Millionen Jahre alt. Mit jedem Tag unseres Wegs dorthin tauchen wir tiefer in die Vergangenheit ein.
Wir verlassen die Metropole Nairobi und durchqueren im Geländewagen fruchtbares Hochland, wo Kleinbauern seit Generationen Süßkartoffeln, Mais und Bananen anbauen. Am zweiten Tag wird der Boden trockener. Dies ist das Land der Nomaden, die sich, wie vor Tausenden Jahren, von der Milch, dem Fleisch und dem Blut ihrer Ziegen und Kamele ernähren. Und seit je tragen sie Gefechte aus, weil ein Stamm dem anderen das Vieh raubt. Wenig steinzeitlich sind allerdings ihre Waffen, eine Kalaschnikow aus Äthiopien kostet hier nur 500 Dollar. Darum sitzt auch eine junge Frau mit einer Maschinenpistole als Eskorte in unserem Landcruiser. Manchmal, sagt der Fahrer, überfielen schwer bewaffnete Banden Reisende bloß, um an deren Trinkwasservorrat zu gelangen. So trocken sei das Land, so verzweifelt seien die Menschen.