Unter Strom Mirko Borsche testet einen Föhn, der angenehme Ruhe in sein Badezimmer einkehren lässt

© Dyson
Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 40/2016

Früher trug ich das Haar lang. Nicht kinnlang, nicht schulterlang, sondern richtig lang. In sanften Locken wallte es von meinem Kopf, ja, man kann sagen: Von 1989 bis 1998 sah ich aus wie Jesus. Aber Ende der Neunziger war es, wenn man nicht hartnäckiger Metal-Fan war, mit den langen Haaren einfach vorbei. Mein Haar fiel. Es wurde immer kürzer mit den Jahren. Und, ich gebe es zu, auch weniger. Mittlerweile trage ich es millimeterkurz. Und ich muss sagen, das hat aus meiner Sicht nur Vorteile. Zum Beispiel habe ich seit 2006 keinen Föhn mehr benutzt. Früher hat es ungefähr 20 Minuten gedauert, bis meine Mähne präsentabel war, jetzt geh ich einmal mit dem Handtuch drüber. Was das allein an gewonnener Lebenszeit bedeutet!

Leider stehe ich mit dieser Erkenntnis zu Hause allein da. Mein kleiner Sohn hat kinnlanges Haar, der größere einen Undercut mit Riesenwelle, und die Frau ohne Föhn muss ja wahrscheinlich erst erfunden werden. Wenn wir am Wochenende alle zusammen sind, kommt einiges an Föhnzeit zusammen, und das ist vor allem eins: laut. Weil neue Föhne meist riesig sind und unser Bad klein ist, hatten wir bislang immer nur einen Reiseföhn, der sich so anhörte, als habe er in seiner Jugend davon geträumt, ein Hubschrauber zu werden. Deshalb habe ich die Zeit mit dem Supersonic von Dyson sehr genossen: Er ist verhältnismäßig leise. Außerdem sitzt sein Motor im Griff, daher ist er schön klein. Die Föhn-Fraktion war auch mit der Temperaturregelung und dem Luftstrom äußerst zufrieden. Aber seit ich seinen Preis kenne, weiß ich: Ich werde noch viele, viele Stunden lautes Föhnen ertragen müssen.

Technische Daten

Leistung: 1.600 Watt; Gewicht: 630 g; Luftvolumen: 41 l/Sek.; drei magnetisch aufsetzbare Düsen; Preis: 399 Euro

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