Unter Strom: Mirko Borsche wirft einen Blick in die Zukunft und testet einen 3-D-Drucker

© XYZprinting
Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 49/2016

Manchmal fühle ich mich recht alt. Zum Beispiel, seit dieser 3-D-Drucker bei uns im Büro rumsteht. Ich kann mich noch sehr gut an die ersten Drucker erinnern, die Anfang der Neunziger in mein Leben traten: Nadeldrucker, die einen ganz eigenen Sound hatten und auf Endlospapier druckten. Das Ergebnis hatte immer so eine Kassenbonästhetik.

Nun also 3-D. Zukünftig werden wir wohl alle einen 3-D-Drucker haben und drucken, was wir brauchen: Schrauben, Schutzbleche, Spielzeug. Seltsame Vorstellung. Ich fragte mich jedenfalls die ersten zwei Wochen, die der Da Vinci mini w von XYZ Printing im Büro stand: Und was mache ich jetzt damit?

Wir haben in unseren Schreibtischplatten im Büro Löcher, durch die alle Kabel nach unten in die Steckdose geleitet werden. Leider rutschen die losen Kabel aber dauernd durch die Löcher vom Tisch. Passende Plastikringe, die das Kabel halten, gibt es nicht. Irgendwann sagte jemand bei uns: Warum drucken wir uns nicht welche aus? Seitdem sind wir der 3-D-Druckmanie verfallen. Ein Kollege hat sich einen Plastikknopf für sein Keyboard gedruckt, der abgefallen war. Ich habe mir Hip-Hop-Zitate in 3-D ausgedruckt und für meinen Sohn eine Pokémon-Figur: Fünf Zentimeter hoch, das dauert ungefähr vier Stunden. Die Figur war zwar nicht so perfekt wie eine aus dem Laden, aber doch erstaunlich gut. Es gibt natürlich schon viel bessere 3-D-Drucker, die mit verschiedenen Farben und Materialien drucken können, aber sie sind auch viel teurer und eher nicht für den Alltagsgebrauch. Doch das wird kommen. Wahrscheinlich blicken wir in der Zukunft auf dieses Gerät zurück wie einst auf den Nadeldrucker.

Technische Daten Maße: 390 x 335 x 360 mm; Druckerabmessungen: 15 x 15 x 15 cm; Schichtdicke: 0,1–0,4 mm; inkl. 3-D-Software (Windows 7 oder Mac OS X 10.8); Preis: ca. 300 Euro


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