Deutschlandkarte Klöße oder Knödel?

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 51/2016
© Laura Edelbacher

Karte: Wo man Klöße sagt – und wo Knödel (bei den kleineren Punkten beides)

Klöße oder Knödel gehören zum Braten und damit zu dieser Jahreszeit, was man allein schon daran sieht, dass im Wochenmarkt ein Bratenrezept empfohlen wird. So ungeteilt die Popularität der runden Gebilde aus Kartoffeln ist, so uneinig ist man sich in Deutschland darüber, wie sie heißen. Die Sprachgrenze zwischen Kloß und Knödel verläuft ungefähr entlang des Mains: Südlich des Flusses gibt es vor allem Knödel, nördlich dominieren die Klöße. Das Wort Kloß stammt vom mittelhochdeutschen klō für Klumpen, Knolle oder Kugel ab. Im Süden setzte sich dagegen die Verkleinerungsform von knode (= Knoten) durch, also der Begriff Knödel. Er wird auch nördlich der Mainlinie immer populärer. Ein Grund dafür ist, dass die Hersteller von Fertigmischungen auf ihren Supermarkt-Packungen das lieblicher klingende Wort Knödel bevorzugen. Wird sich ein bekanntes thüringisches Sprichwort vielleicht bald nicht mehr reimen? Das bedrohte Sprichwort heißt: Ein Sonntag ohne Klöße verlöre viel von seiner Größe.

Quelle: Atlas zur deutschen Alltagssprache

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