© Silvio Knezevic

Wochenmarkt Sagen Sie nichts, das ist italienisch!

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Aus der Serie: Wochenmarkt ZEITmagazin Nr. 1/2017

Manche meiner Ideen für diese Seite rufen bei den Kollegen Irritation hervor. Pasta mit Linsen – was soll das denn sein?! Meine Standardantwort in solchen Situationen: Das ist italienisch. Stimmt nicht immer, aber die Kritik verstummt sofort. Gegen die italienische Küche traut sich niemand was zu sagen. Pasta mit Linsen ist wirklich ein Gericht der italienischen Küche, köstlich, wenn auch zugegebenermaßen etwas seltsam. Mir gefällt aber dieser eigensinnige Ansatz der italienischen Küche, die von allen auf der ganzen Welt geliebt wird.

Man muss für dieses Gericht Linsen verwenden, die eine Kochzeit von 30 bis 45 Minuten haben und die man nicht zuvor einweichen muss. Auch sollen es eher bissfeste Sorten sein, die beim Kochen nicht zerfallen, wie Du Puy oder Beluga oder italienische Linsensorten.

Karotte, Zwiebel und Sellerie fein schneiden, mit der geschälten Knoblauchzehe in einem großen Topf mit etwas Olivenöl erhitzen. 5 Minuten lang unter Rühren dünsten. Klein geschnittene Pancetta dazugeben, weiterdünsten. Wenn die Pancetta etwas Farbe angenommen hat, Tomaten unterrühren. Linsen unter kaltem Wasser abwaschen, hinzufügen. Etwa 500 ml Gemüsebrühe dazugießen. Chilischote fein hacken und unterrühren. Rosmarinzweige im Ganzen dazugeben. Alles zugedeckt bei mittlerer Hitze 30 Minuten lang köcheln lassen (bis die Linsen fast gar sind). Immer wieder nachsehen, ob genug Flüssigkeit im Topf ist – falls nicht, Brühe nachgießen. Dann Pasta hinzufügen, eventuell noch mal Brühe dazugießen, die Pasta weich kochen (was ungefähr 10 Minuten dauert, je nach Garzeit der Pasta). Parmesan unterrühren, bei geschlossenem Deckel ein paar Minuten lang ziehen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf Teller verteilen und je nach Geschmack noch mehr Parmesan darüberreiben.

Pasta mit Linsen (für 4 Personen)

Zutaten – 1 Karotte, 1 Zwiebel, 1 Stange Sellerie, 1 Knoblauchzehe, etwas Olivenöl, 80 g Pancetta oder anderen Speck, 100 g geschälte Tomaten, 200 g Linsen, ungefähr 1 l Gemüsebrühe oder Wasser, 1 kleine rote Chilischote, 3 Rosmarinzweige, 350 g kurze Pasta, 60 g frisch geriebener Parmesan, Salz, Pfeffer

Kommentare

46 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Halte ich für unwahrscheinlich. Die ältesten Zeugnisse von Linsenanbau hat man m.W. im alten Ägypten und Mesopotamien gefunden. Es ist nicht so unwahrscheinlich, daß es ausgerechnet die Römer waren, die die Linse als Nahrungsmittel nach Europa brachten.

Immerhin handelte es sich bei Linsen um eine geradezu ideale Marschverpflegung, da diese getrocknet praktisch ewig haltbar sind und hohen Nährwert bei geringem Gewicht und Volumen liefern können. Man kann aus Linsenmehl mit geringem Aufwand nahrhaften Brei, Teig- und Backwaren herstellen, sie taugen als Saatgut für einen Neuanbau und stellen recht geringe Anforderungen an Boden und Klima (weshalb sie ja auch im Mittelalter auf der schwäb. Alb kultiviert wurden).

Es wäre geradezu seltsam, wenn ein hochentwickelte Organisation wie die römischen Legionen so etwas nicht genutzt hätte.