Unter Strom Mirko Borsche testet einen ungewöhnlichen Entkalker mit hartem Münchner Wasser

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Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 3/2017

Das Wasser in München ist hart. So hart, dass ich bei mir zu Hause dauernd die Perlatoren – das sind die kleinen Siebe an den Wasserhähnen – entkalken musste, weil sie verstopft waren. Und das in dem Wissen, dass sich der Kalk ja nicht nur dort absetzt, wo ich ihn entfernen kann, sondern auch in den Rohren.

Aber nun ist es schon ein paar Monate her, dass ich die Siebe zuletzt in Essig eingelegt habe, damit der Kalk verschwindet. Denn an meiner Hauptwasserleitung sitzt jetzt ein kleines Gerät, das das Kalkproblem gelöst hat: der K 40 von Hydroflow. Da Chemie früher nicht meine Stärke war, kann ich Ihnen nur so ungefähr erklären, wie es funktioniert: Das Gerät sendet schnell schwingende elektrische Signale durchs Rohr, was dazu führt, dass die Kalk-Ionen sich verändern, sich nicht mehr absetzen und der Kalk sich sogar ablöst, der das Rohr verkrustet. Der Kalk ist dann so fein, dass er auch nicht mehr in den Perlatoren hängen bleibt. Anfangs hatte ich also eher noch mehr Kalk im Wasser als vorher, weil der alte Kalk erst mal rausgespült werden musste. Das Gerät macht bei der Arbeit ein fiependes Geräusch, was aber egal ist, denn die Hauptwasserleitung befindet sich ja meistens im Keller. Natürlich ist der Kalkgehalt des Wassers damit nicht reduziert. Ich hätte mir auch eine Entkalkungsanlage zulegen können, aber der Kalk stört mich nicht beim Duschen, sondern nur wenn ich Tee mache – der schmeckt mit weichem Wasser einfach besser. Und das Trinkwasser kann man ja einfach durch einen Wasserfilter laufen lassen.

Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, ist es übrigens vielleicht doch eher Physik als Chemie. Egal – Hauptsache, es funktioniert!

Technische Daten

Induktionsleistung: 22 Volt; 3 Jahre Funktionsgarantie; für Rohre mit einem Durchmesser bis 63 mm; Preis: 840 Euro


Stellungnahme der Redaktion, 1. Februar 2017:

Diese Kolumne hat unter unseren Leser eine Debatte ausgelöst. Unser Kolumnist hat beim Test der Anlage wie beschrieben bemerkt, dass sich weniger Kalk in den Perlatoren absetzt. Aber wir haben es versäumt, im Text darauf hinzuweisen, dass die Wirkung des Geräts wissenschaftlich bestritten wird. Auch das Wort "Entkalker" in der Überschrift ist in dem Zusammenhang irreführend. Dafür möchten wir uns entschuldigen.

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