Deutschlandkarte "Weiberfastnacht"

Am Donnerstag vor dem Rosenmontag nehmen die Frauen im Karneval ihr Schicksal in die Hand und schneiden den Herren die Krawatten ab. Nennt man auch glumpiger Donnerstag.
Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 8/2017
© Laura Edelbacher

Karte: Wie der Donnerstag vor Rosenmontag genannt wird

Der Tag, um den es hier geht, ist ein Ergebnis der Emanzipation: Im Jahr 1824 waren es die Wäscherinnen in Beuel leid, dass ihre Männer munter Karneval feierten, während sie selbst schufteten. Sie unterbrachen ihre Arbeit und trafen sich in der Kneipe. Noch heute wird dieses Ereignis besonders von Frauen zelebriert: Am Donnerstag vor Rosenmontag, dem Höhepunkt der Karnevalszeit, übernehmen sie symbolisch die Macht – verkleidet laufen sie durch die Straßen, schneiden Männern die Krawatten ab und stürmen das Rathaus. Dreizehn Namen gibt es für diesen Tag, der 2017 auf den 23. Februar fällt. Am geläufigsten ist der Begriff "Weiberfastnacht", eben weil die "Weiber" im Mittelpunkt stehen – die sich teilweise als alte Frauen kostümieren. Der "Fette" und der "Schmutzige Donnerstag" deuten darauf hin, dass kurz vor der Fastenzeit noch mal reichlich und fett gegessen wird. Im Norden und Osten hat man eher selten einen Namen für den Tag. Nicht dass Emanzipation und Essen hier unwichtig wären, nur spielt der Karneval hier einfach keine große Rolle.

Quelle: Atlas zur deutschen Alltagssprache

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