Einmal im Jahr, am sogenannten Al-Kuds-Tag, begeben sich einige Hundert Menschen auf den Kurfürstendamm in Berlin-Charlottenburg, um das Existenzrecht Israels zu leugnen. Al-Kuds, so heißt Jerusalem auf Arabisch. Manchmal halten die wütenden Demonstranten am Ku’damm dabei Schilder mit der Aufschrift "Kindermörder Israel" in die Höhe.
Im Sommer 2014, während der Krieg im Gazastreifen tobte, war die Stimmung besonders aufgeheizt. Gegendemonstranten mit großen Israelflaggen versammelten sich hinter einer Polizeiabsperrung und versuchten, die antiisraelische Hetze ihrer Gegner mit Pfiffen zu übertönen. Ein Demonstrant schwenkte triumphierend eine kleine USA-Fahne durch die Luft. Hier, unter den Gegnern der Israelhasser, wähnte man sich zunächst auf der guten, zivilisierten Seite.