Deutschlandkarte Rudervereine

Hobbyruderer schreiben sich Meilen gut wie Vielflieger. Wer
Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 38/2017
© Laura Edelbacher

Karte: Anzahl der Rudervereine des Deutschen Ruderverbands nach Postleitzahlengebieten

Leidenschaftliche Hobby-Ruderer führen Buch über die Strecken, die sie zurücklegen, sie sammeln Kilometer wie Vielflieger Flugmeilen. Auf Wanderfahrten sitzen sie meistens in einem Vierer-Boot, und jeder der Insassen darf sich die Kilometerzahl gutschreiben. Einmal im Jahr vergibt der Deutsche Ruderverband dann an all jene, die 40.077 Kilometer weit gerudert sind, also praktisch einmal um die Welt, seinen begehrten "Äquatorpreis". Wenn man in einem der 640 Rudervereine Mitglied und nur ab und zu auf Flüssen und Seen unterwegs ist, braucht man für diese Kilometerzahl Jahrzehnte. Populär ist das Rudern vor allem auf den Gewässern Berlins und Brandenburgs, die breite Spree und die ruhige Havel sind für den Sport gut geeignet. Die traditionsreichste Ruderstadt ist Hamburg, 1836 wurde hier der erste deutsche Ruderverein gegründet. Auch der Rhein zieht viele Ruderer an. Die zähesten Sportler kommen aus Bonn: Obwohl der Rhein für seine starken Strömungen berüchtigt ist, holte die Bonner Ruder-Gesellschaft 2016 die meisten Äquatorpreise, fünf von 48.

Recherche: Anton Dorow; Quelle: Deutscher Ruderverband Geografische Verortung: Lutum + Tappert

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