Deutschlandkarte: Direktkandidatinnen

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 39/2017
© Laura Edelbacher

Karte: Frauenanteil der Wahlkreisbewerber in den Bundesländern – und im ganzen Land (unten). In Klammern die Gesamtzahl der Kandidaten.

Am Sonntag bewerben sich bei der Bundestagswahl 2.559 Kandidaten in 299 Wahlkreisen um die Erststimmen. Nur ein Viertel von ihnen sind Frauen. Wenig verwunderlich ist, dass SPD, Linke und Grüne die meisten Kandidatinnen aufgestellt haben – sie treten ja auch am lautesten für eine Frauenquote ein. Guckt man auf die einzelnen Länder, fällt zuerst das rot-grün regierte Bremen auf, dort gibt es lediglich zwei Wahlkreise. Nur so kommt die CDU mit ihren zwei eher aussichtslosen Kandidatinnen auf den Rekordwert von hundert Prozent. Verblüffend ist, dass die großen Parteien in Berlin mit ihrem Frauenanteil weit hinter ländlich geprägten Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zurückbleiben. Auf den Listen der Parteien liegt der Frauenanteil etwas höher als unter den Direktkandidaten, bei einem Drittel. Der Grund dafür könnte sein, dass über die Listenplätze auf Parteitagen abgestimmt wird, also unter den Augen der Öffentlichkeit. Über die Aufstellung als Direktkandidat entscheiden die Parteimitglieder in den Wahlkreisen.

Quelle: Bundeswahlleiter, Dr. Benjamin Höhne (Institut für Parlamentarismusforschung)

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