Deutschlandkarte: Öffentliche Telefone

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 40/2017
© Laura Edelbacher

Karte: Die Standorte der 22.000 öffentlichen Fernsprecher

"Nimm Rücksicht auf Wartende – fasse dich kurz!" In den siebziger Jahren las man diese Ermahnung in öffentlichen Telefonzellen, die damals an jeder Straßenecke standen. Wollte man jemanden unterwegs anrufen, zog man sich in eine der gelben Zellen zurück. Heute findet man nichts dabei, wenn ganze U-Bahn-Abteile mithören, und lässt sich dank Handy-Flatrate alle Zeit der Welt. Umso erstaunlicher ist es, dass es überhaupt noch öffentliche Fernsprecher gibt, 22.000 insgesamt. Die meisten betreibt die Telekom, sie muss eine "Grundversorgung" gewährleisten. Die Apparate sind meist auf Metallsäulen montiert und stehen an Orten, wo sehr viele Menschen zusammenkommen, etwa an Flughäfen und Bahnhöfen – für den Fall, dass der Akku mal leer ist. In den neunziger Jahren, als Handys populär wurden, hatte die Telekom noch 160.000 in Betrieb. Viele öffentliche Telefone akzeptieren sogar noch D-Mark-Münzen. Womöglich einer der Gründe, warum die D-Mark so beliebt ist – angeblich sind ja noch 13 Milliarden in Umlauf, nicht nur Scheine. Mancher will vielleicht nur ungestört auf der Straße telefonieren.

Recherche: Anton Dorow; Quelle: overpass-turbo.eu/OpenStreetMap, Telekom, Lioba Nägele (Museum für Kommunikation Frankfurt); geografische Verortung: Lutum + Tappert

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Das ist aber ein Apfel-Birnen-Vergleich. Frühere Mobiltelefone mochten zwar länger halten, waren aber weit von den Taschencomputern mit Telefonfunktion von heute entfernt. Den Weg zur nächsten Bushaltestelle konnte jedenfalls die ollen Nokias nicht weisen. Und wenn man damals doch bereits ein Smartphone hatte, dann war es bedeutend größer und schwerer als ein heutiges iPhone 7 plus - Bei deutlich schlechterer Akkulaufzeit.

Neuerdings bietet Apple sogar eine Uhr an, mit der man telefonieren kann - Und diese ist spgar noch kleiner als die damaligen Mikromobiltelefone.

'Die meisten betreibt die Telekom, sie muss eine "Grundversorgung" gewährleisten.'
Interessant wäre es zu wissen, warum denn diese Grundversorgung sein muss. Eigentlich reichen Strom- oder USB-Steckdosen doch aus. Und in Notfällen hat praktisch jeder andere Passant höchstwahrscheinlich ebenfalls ein Mobiltelefon in der Tasche.

'[...]und stehen an Orten, wo sehr viele Menschen zusammenkommen, etwa an Flughäfen und Bahnhöfen – für den Fall, dass der Akku mal leer ist.'
An den genannten Orten findet man Steckdosen zum Aufladen. Selbst in Regionalzügen sind mittlerweile Steckdosen zu finden und die BVG rüstet einige Fahrzeuge mit USB-Steckdosen aus.