Ich habe einen Traum Louane

"Wenn ich von jemandem in meiner Familie träume, rufe ich am nächsten Morgen alle an"
Aus der Serie: Ich habe einen Traum ZEITmagazin Nr. 46/2017

Ich habe einige Bücher über Träume gelesen, weil ich versuchen will, sie zu verstehen. Wenn meine Freunde seltsame Dinge träumen, kommen sie deshalb oft zu mir, um zu fragen, was sie bedeuten könnten.

Seit ich so viel unterwegs bin, träume ich selbst immer wieder von meinen Geschwistern, die ich leider nicht mehr so oft sehen kann. In meinen Träumen feiern wir tolle Partys und haben zusammen viel Spaß. Oder wir sitzen einfach nur beisammen in der Sonne, essen, trinken und plaudern. Es gibt allerdings auch einen Albtraum, den ich seit meiner Kindheit immer wieder habe. Er hat mit meinem Bruder zu tun, aber mehr will ich darüber nicht sagen. Es begann, als ich acht Jahre alt war, und hat mich früher so verängstigt, dass ich heulend aufwachte und danach nur noch im Bett meiner Eltern weiterschlafen wollte. Mein Bruder und ich sind auch in diesem Albtraum im Laufe der Jahre älter geworden. Ich habe ihn mal gefragt, ob er diesen Traum ebenfalls hat. Hat er aber nicht. Inzwischen habe ich gelernt, mit diesem Albtraum zu leben. Aber immer, wenn ich von jemandem in meiner Familie träume, rufe ich am nächsten Morgen alle an, um zu hören, wie es ihnen geht.

Mein größter Traum wurde Wirklichkeit, als ich bei The Voice als Sängerin entdeckt wurde. Dann gewann ich als Schauspielerin noch den Filmpreis César für meine Rolle in Verstehen Sie die Béliers? – was sich für mich so unwirklich anfühlte, dass ich mich kneifen musste.

Auch ein paar lustige Träume, die ich als Kind hatte, haben sich für mich erfüllt. Ich wollte zum Beispiel immer Justin Bieber treffen – auch das hat geklappt! Ich traf ihn in Deutschland, wo wir beide in einer Fernsehsendung aufgetreten sind. Es klopfte an meiner Garderobentür, ich öffnete – und vor mir stand Justin Bieber! Ich bin vor Aufregung fast gestorben. Wir haben dann geplaudert, und er war wirklich nett.

In dem Vorort, in dem ich aufwuchs, gibt es eine Halle, in der ich immer auftreten wollte. Als ich klein war, sagte ich oft zu meiner Mutter, dass ich dort eines Tages auf der Bühne stehen und singen werde. Jetzt bin ich 20 und bin dort bereits dreimal aufgetreten. Ich wünschte mir so sehr, dass ich zu meiner Mutter sagen könnte: Schau, ich habe es geschafft. Leider leben meine Eltern nicht mehr. Ich glaube fest daran, dass man manche Träume mit viel Arbeit wahr werden lassen kann. Natürlich gehört auch Glück dazu.

Ich träume von vielen Dingen, die ich real werden lassen möchte. Ich würde zum Beispiel gern eine Galerie eröffnen – und eine eigene Bierbar. Die Bar sollte groß und hell sein, und ich träfe mich dort am frühen Abend, so gegen sieben Uhr, mit Freunden auf ein paar Bier. Cocktails sind auch eine feine Sache, aber ich komme aus dem Norden Frankreichs, und da trinkt man vor allem Bier.

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