Harald Martenstein Über die Berliner Police Academy

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Aus der Serie: Martenstein ZEITmagazin Nr. 49/2017

In den achtziger Jahren gab es im Kino die Reihe Police Academy. Das waren Komödien über dämliche Polizeischüler. Ausgangspunkt ist der Wunsch einer neuen Bürgermeisterin, die Polizei zu einem echten Spiegelbild der Bevölkerung zu machen. Die Polizei soll bunter werden, weg mit Elitedenken und Bildungsanforderungen. Unter anderem stellen sie den Parkwächter Mahoney ein, der eigentlich in den Knast müsste. Weil der Polizeijob ihm den Knast erspart, ist er motiviert. Eine andere neue Kollegin heißt Karen Thompson. Sie will zur Polizei, weil man da interessante Menschen kennenlernt. Als die Berliner Polizeischule in "Polizeiakademie" umbenannt wurde, habe ich sofort gedacht: ein böses Omen.

32 Prozent der Berliner Polizeischüler haben einen Migrationshintergrund, oft einen arabischen. Es gibt zweifellos viele Menschen mit so einer Biografie, die hervorragende Polizisten wären, um solche Leute aber scheint die Berliner Polizei einen Bogen zu machen. Etliche muslimische Polizeischüler weigern sich angeblich, schwimmen zu lernen, weil in den dafür vorgesehenen Becken vorher unreine Frauen geschwommen sind. Zu Klausuren erscheinen manchmal nicht die Schüler, sondern etwas begabtere Doppelgänger. Eine Praktikantin hat interne Fahndungsfotos von arabischen Clans an den daran interessierten Personenkreis weitergeleitet. Sie trägt damit, wie der Integrationsbeauftragte der Polizei es in anderem Zusammenhang formuliert hat, "den Rechtsstaat in ihre Communitys herein". Es gibt sogar eine zweite Karen Thompson.

Als die Berliner Polizei in der Lieblingsbar eines kriminellen Clans eine Razzia durchführte, traf sie dort eine neue Kollegin an. Offenbar wollte sie interessante Menschen kennenlernen. Drei Polizeischüler, die wegen krimineller Vergangenheit abgelehnt worden waren, haben sich erfolgreich in die Polizei hineingeklagt. Begründung: Sie haben, wie Mahoney in Police Academy, nur kleinere Delikte auf dem Kerbholz. Ein anderer Schüler hat ein Werbevideo der Terrortruppe Hamas geteilt und sehr unschöne Sachen über Israel, Schwule und lesbische Musliminnen gepostet. Das wäre auf jeden Fall eine völlig andere Polizei, als man es gewohnt war.

Natürlich stand wegen dieser Berichte sofort der Rassismusvorwurf im Raum, gegen die Berichterstatter. Meiner Ansicht nach sind solche Vorwürfe nur dann gerechtfertigt, wenn jemand behauptet: "Die sind alle so." Meines Wissens hat übrigens noch nie ein Italiener behauptet, beim Kampf gegen die Mafia sei Italienerfeindlichkeit im Spiel. Der Berliner Polizeipräsident lehnt übrigens eine Untersuchung durch externe Ermittler ab, dessen Rollenmodell ist eindeutig Sepp Blatter von der Fifa, der hat auf Korruptionsvorwürfe ähnlich reagiert. Die Lage bei der Berliner Polizei ist ähnlich hoffnungslos wie bei der Fifa.

Ich hätte aber eine Idee. Der Tagesspiegel berichtet, dass in Berlin Dealer neuerdings bei jungen Kunden die Ausweise kontrollieren, an Minderjährige verkaufen sie nicht. Die Polizei ist ja mit dem Schwimmunterricht beschäftigt. Ähnlich läuft es auf der Insel Jamaika, wo die Banden inzwischen gegen Bezahlung in vielen Gegenden, womöglich recht ordentlich, den Job der Polizei erledigen. Ich bin dafür, die Berliner Polizei abzuschaffen, mit den gesparten Steuern kann man dann die arabischen Gangs gleich ganz den Job machen lassen. Wer die tolle Berlin-Gangsterserie 4 Blocks gesehen hat, der weiß: Diese Jungs werden es hinkriegen, die haben Power. Den Polizeipräsidenten dagegen sehe ich eher als Parkwächter.

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