Deutschlandkarte Plätzchen oder Kekse?

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 53/2017

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Deutschlandkarte: Wo heißen Plätzchen Plätzchen – und wo anders?

© Laura Edelbacher

Karte: Wie weihnachtliches Kleingebäck genannt wird

Um Plätzchen kommt an Weihnachten praktisch niemand herum – diesen Satz versteht in Deutschland jeder. Dass um "Loible" an Weihnachten niemand herumkomme, erschließt sich allerdings nur jenen, die in Augsburg oder in dessen weiterer Umgebung wohnen. Dabei ist mit dem Wort dasselbe gemeint. Vermutlich lässt sich die Bezeichnung von dem fränkischen und bayerischen Ausdruck "Laiblein" ableiten. Dass man derlei Kleingebäck in Norddeutschland dagegen häufig Keks nennt, ist Hermann Bahlsen zu verdanken. Seit 1891 backte er seine Leibniz-Kekse in Hannover, anfangs nannte er sie noch englisch "cakes". 1911 wurde das Wort eingedeutscht, 1915 wurde "Keks" in den Duden aufgenommen. "Plätzchen" lässt sich von dem Wort "Platz" herleiten, das für flach geformten Kuchen steht. Im Süden wird das Wort gerne zu "Plätzle" verkürzt. Die Baden-Württemberger können sich nicht richtig entscheiden: Neben "Brötle" nennen sie die kleinen Leckereien auch gerne "Guetsle". Die Schwaben verstehen unter Guetsle jedoch nicht nur Gebäck, sondern auch ganz unweihnachtliche Bonbons.

Quelle: Atlas zur deutschen Alltagssprache

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