Etikettendrucker Mirko Borsche entdeckt den Sinn eines Etikettendruckers

© DYMO MobileLabeler
Von Mirko Borsche
Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 3/2018

Meine ZEITmagazin-Kollegin Margit Stoffels hat, glaube ich, eine Vorliebe für besonders schräge, lustige Geräte, bei denen ich anfangs nie weiß, was ich bitte schön mit ihnen anfangen soll.

Der Dymo MobileLabeler ist ein gutes Beispiel: ein Etikettendrucker, den sie mir per Post in mein Münchner Büro geschickt hat. Ich wäre im Leben nicht drauf gekommen, mir so etwas zu bestellen. Man verbindet den Etikettendrucker per Bluetooth mit einer Handy-App und kann aus verschiedenen Schrifttypen, Farben und Größen das Etikett auswählen. Die Bändchen, die das Gerät ausdruckt, sind immer gleich schmal, aber verschiedene mitgelieferte Kartuschen erlauben es, zum Beispiel rote Schrift auf Gelb zu drucken oder Schwarz auf Durchsichtig.

Es dauerte nicht lange, bis uns nach anfänglicher Ratlosigkeit das Etikettieren im Büro große Freude gemacht hat. Wir begannen damit, Etiketten mit unseren Namen auf unsere Handys zu kleben, was ja noch halbwegs sinnvoll ist. Dann wurden wir ein wenig kreativer. Auf das Klingelschild draußen an der Haustür klebten wir ein Etikett mit dem Aufdruck "Touchpad". Unter dem Lichtschalter im Eingangsbereich stand plötzlich "Effekttaste". Nach wenigen Tagen gab es fast nichts mehr, was nicht von uns beschriftet worden war.

Aus Selbstschutz entschied ich, das Gerät wieder an den Hersteller zurückzuschicken. Wir hatten uns genug damit ausgetobt.

Wenige Tage nachdem wir den Etikettendrucker zurückgegeben hatten, machte ich die Tür zu einer Abstellkammer bei uns auf. Ich sah die ganzen Kisten, die wir schon seit Monaten hatten beschriften wollen und die ich vergessen hatte. Das wäre es gewesen. Aber gut, immerhin heißt der Lichtschalter bei uns jetzt Effekttaste.

Technische Daten:

Größe: 12,3 x 21 x 20,5 cm

Funktionen: Voice-to-Text mit Rechtschreibprüfung

Etikettendruck: 6 bis 24 mm, in unterschiedlichen Farben

Preis: 155,99 Euro

Kommentare

3 Kommentare Kommentieren

"Aus Selbstschutz entschied ich, das Gerät wieder an den Hersteller zurückzuschicken. "

Das hat möglicherweise auch mit den exorbitanten Folgekosten für die (proprietären) Bänder zu tun. Bei den Preisen, die der Hersteller verlangt, vergeht einem die Lust am Labeln ziemlich schnell.

Ein stinknormaler Laserdrucker kann auch Etiketten bedrucken, zu einem Bruchteil der Kosten.