Kim Kardashian Über Fortpflanzung zur rechten Zeit

© Charley Gallay/Getty Images
Aus der Serie: Gesellschaftskritik ZEITmagazin Nr. 3/2018

Wenn die amerikanische Prominentenfamilie Kardashian eines verstanden hat, dann dies: Mehr ist mehr! Sie haben sich nie auf einem Skandal oder einer News ausgeruht, sondern immer durch Masse überzeugt. Wir erinnern uns kurz: Sextapes, Traumhochzeiten, Scheidungen, Überfälle und vieles mehr. Und jetzt: Die Schwestern Kim, Khloé und Kylie Kardashian erwarten gleichzeitig ein Baby – Kim hat aus gesundheitlichen Gründen diesmal dafür eine Leihmutter engagiert. Bis Ende März kommen im Abstand von jeweils etwa vier Wochen, wenn alles gut geht, drei neue Kardashians auf die Welt. So schnell hat sich wohl noch nie eine Prominentenfamilie vermehrt. Das ist natürlich Gossip-Heaven. Schon jetzt ergeben sich viele Fragen: Haben die drei sich abgesprochen? Wird sich Kims Leihmutter nach der Geburt tatsächlich zurückziehen? Was ist dran an den Gerüchten, Kylie und ihr Baby-Daddy hätten sich zu Weihnachten getrennt? Wird Kylie jetzt also alleinerziehende Mutter? Heiratet Khloé endlich ihren Basketball-Boyfriend Tristan Thompson? Wird es eine eigene Sendung für die Wonneproppen geben, "Keeping up with the NEXT Kardashians"?

Dass die Gleichzeitigkeit geplant war, wollen wir nicht unterstellen. Ein glücklicher Umstand ist es dennoch. Liebesstreit und Sextapes haben ein sehr schnelles Verfallsdatum, und Celebrities beim Altern zuzusehen ist auch nicht jedermanns Sache. Kinder sind dagegen die ideale News- Vorsorge. So machen es die Royals auch. Und das Drama, das sich unter den Simultanbabys abspielen wird, ist natürlich programmiert.

Wobei – wir haben mal etwas vorgespult, ins Jahr 2038: Kims Tochter Key West (war nach den Kindern North West und Saint West nur konsequent) pflegt ein herzliches Verhältnis zu ihrer Leihmutter. Ihr Lebensthema hat sich in ihrem Beruf niedergeschlagen: Die niedergelassene Ärztin hat ihre Doktorarbeit über "Fruchtbarkeit in urbanen Ballungszentren" geschrieben. Khloés Sohn George ist in die Fußstapfen seines Großvaters getreten und Referendar in einer Anwaltskanzlei in L.A. geworden. Als Jurist weiß er seine Privatsphäre und die seiner Cousinen zu schützen. Plum (benannt nach Kylies erfolgreichster Lipgloss-Farbe) betreibt in Hollywood ein Café, das intravenöse Vitamincocktails anbietet – als kluge Antwort auf die stetig sinkenden Agrar-Erträge. Key West und George kommen oft in Plums Café vorbei. Wer hat schon im Jahr 2038 so viele gleichaltrige Familienmitglieder, mit denen man über die verrückten Storys der Eltern lästern kann?

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