WLAN-Lautsprecher: Mirko Borsche steuert einen WLAN-Lautsprecher und stößt auf Musik aus der Hölle

© Sonos
Erst Hulapalu, dann Clueso: WLAN-Lautsprecher haben so ihren eigenen Kopf, was gespielt werden soll. Von Mirko Borsche
Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 5/2018

Ich habe vor Kurzem ja einen dieser neuen Lautsprecher getestet, mit denen man reden kann, den Google Home Mini. Ich war eher mittelbegeistert. Die Sprachsteuerung hat noch nicht so richtig gut funktioniert. Deshalb habe ich mir den Sonos One Smart Speaker bestellt. Auch mit ihm kann man sich unterhalten, mithilfe des Amazon-Programms Alexa. Wir haben im Büro zu dritt einen Tag lang versucht, die Box ordentlich zum Laufen zu bekommen, und sind als Nicht-Technik-Profis gescheitert. Das Problem ist, dass man sich erst mal bei verschiedenen Diensten anmelden muss, um die Box überhaupt gut benutzen zu können. Die Box ist über WLAN mit dem Internet verbunden. Doch ohne einen Amazon-Account hat man auch kein Alexa, also keine Möglichkeit, der Box zu sagen, dass sie ein Lied auf YouTube abspielen soll. Man kann theoretisch Songs über den Musikdienst Spotify laufen lassen, aber dafür braucht man zunächst einmal einen Spotify-Premium-Account. Ich finde das ziemlich bevormundend.

Als wir uns dann einmal zu dritt unterhalten haben, ging plötzlich zum ersten Mal die Musik an. Aus dem Nichts. Es lief eine eineinhalbstündige Playlist aus der Hölle: Erst ging es mit Hulapalu von Andreas Gabalier los, dann kam Clueso. Wir merkten, dass die Box eine richtig gute Qualität hat – der Sound an sich klang super. Wir lachten – und versuchten natürlich herauszubekommen, wer so einen schlechten Musikgeschmack hat. Wir telefonierten mit jedem, der sich in letzter Zeit in unser WLAN eingeloggt hatte – es musste ja ein Kollege mit einer Spotify-Playlist gewesen sein, die aus wundersamen Gründen plötzlich bei uns lief. Wir fanden nie raus, wer das war. Keiner wollte sich zu Clueso bekennen.

Technische Daten:

Größe: 161,45 x 119,7 x 119,7 mm

Gewicht: 1,85 kg

Features: Amazon Alexa integriert

Preis: 229 Euro

Kommentare

7 Kommentare Kommentieren

Die Sonos-Systeme sind nicht explizit passwortgeschützt, sodass jede Person, die sich im selben WLAN befindet (und die Sonos-App installiert hat) auch Zugriff auf das System hat und Musik starten kann.
Der Autor hat ja geschrieben, dass die Box plötzlich während eines Gesprächs anfing Musik zu spielen, sodass man davon ausgehen kann, dass es tatsächlich ein unbekannter Nutzer war.
Bei der Kombination aus Andreas Gabalier und Clueso musste ich übrigens spontan an die Best-Of-Liste von Amazon denken. Da kommen diverse schräge Kombinationen zustande...

Ansonsten stimme ich zu - blind kaufen und sich dann wundern, dass man Accounts braucht ist schon schräg. Ärgerlich ist allenfalls, dass Spotify nur in der Premium-Version unterstützt wird.

Ich besitze seit 5 Jahren ein SONOS System. Da ich ziemlich großen Wert auf gute Musik in guter Qualität lege gebe ich auch 10€ im Monat für Deezer aus. Zusammen ergibt das ein wunderbar funktionierendes System was ich nicht missen möchte.
Ein System bewerten zu wollen mit dem man sich im Voraus nicht ausreichend auseinandergesetzt hat um seine Anforderungen zu kennen finde ich schwierig.
Und sich zu wundern das SONOS nicht einfach kostenlos jede Musik in bester Qualität ins Wohnzimmer zaubert ist auch etwas naiv. Immerhin ist SONOS auf Zusammenarbeit mit der Musikbranche angewiesen.
Und in Zweifel ist es immer noch möglich die gespeicherte Musik vom Handy auf dem System laufen zu lassen.
Sollte man nun weder Musik (in Form von legalen Downloads oder gekauften CDs) besitzen und auch keine Streamingrechte (in Form von Spotify, Deezer, etc.) haben, sollte man darüber nachdenken ob SONOS für das eigene begrenzte Musikinteresse nicht etwas überkandidelt ist.