ZEITmagazin: Frau Baerbock, Sie sind in einem Dorf in Niedersachsen aufgewachsen und mit 16 für ein Jahr in die USA gegangen, nach Florida. Wie war es für Sie, zum ersten Mal in der Fremde zu sein?

Annalena Baerbock: Viel schwieriger, als ich gedacht hatte. In der Zeit kamen E-Mails gerade erst auf. Facebook gab es nicht, ich hatte keinen direkten Draht zu meiner Familie zu Hause. An meiner neuen Schule waren viele Kinder aus sehr reichen Familien, schon allein deshalb fühlte ich mich fremd. Und alle haben eine Sprache gesprochen, die ich nicht fließend beherrschte. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich einsam gefühlt.