Verkehr Ampelfrauen und -pärchen

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 11/2018

Die Idee der Gleichberechtigung darf auch dort nicht haltmachen, wo Fußgänger ab und zu haltmachen müssen, also an Ampeln. Üblicherweise sieht man dort einen Mann, einen roten oder grünen. In zwölf Großstädten sind es jedoch auch Frauenfiguren, die zum Stehen oder Gehen auffordern. Damit man sie als Frauen erkennen kann, tragen sie Rock und Zöpfe. Das sind zwar Rollenklischees, aber man kann nicht immer alles haben. Insgesamt sind es kaum mehr als 30 Ampeln, diese Frauenquote liegt also noch nicht mal im Promillebereich. Der Vorreiter der Bewegung ist Zwickau, wo 2004 die ersten deutschen Ampelfrauen leuchteten. Es war ein Werbe-Gag einer Verkehrstechnikfirma. Andere Ampeln führen das Geschlechterthema noch weiter, sie zeigen gleichgeschlechtliche Paare. Diese Idee kommt aus Wien. Das bedeutet aber nicht, dass nur homosexuelle Paare anhalten sollten, wenn sie das rote Licht sehen. Homosexuelle Singles und Heteros sollten auch nicht beleidigt sein: Mal zeigt die Ampel einen selber, mal nicht, mal schenkt sie einem Rot, mal Grün. So ist es eben.

Recherche: Anton Dorow

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