Berlin im Februar, Dirk Eisfeld, 55, heute Drehbuchautor, früher Serienchef bei Sat.1, sitzt im Café und spricht über den Mann, den er einst verehrte – bis er mit ihm zusammenarbeitete: über den Autor und Regisseur Dieter Wedel.
Eisfeld, graue Haare, dunkler Wollpullover, lernte Wedel 1996 bei der Produktion des Mehrteilers Der König von St. Pauli kennen. Auch Eisfelds Arbeitgeber Sat.1 wollte mit einem von Wedels Großprojekten glänzen, Wedel brachte Quote und Prestige. Eisfelds Auftrag als junger Redakteur damals: einmal in der Woche die Produktion besuchen, das abgedrehte Material sichten, "am Set ein freundliches Gesicht machen", bloß keinen Grund liefern, dass Wedel explodiert. Eisfeld war vermutlich der Richtige für diesen Job, er wirkt ruhig und gelassen, wenn er über Wedel spricht. "Für mich war er der Großmeister der Fernseherzählung."