Deutschland Orte, die auf -bach enden

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 15/2018

Orte, die auf -bach enden

Orte, die auf -bach enden

© Laura Edelbacher

Karte: Alle 3606 Gemeinden, Städte und Stadtteile, deren Namen auf -bach enden

Fast wie mit dem Lineal gezogen geht ein waagerechter Strich durch Deutschland, etwa auf der Höhe von Kassel. Südlich davon liegen die allermeisten der 3606 Gemeinden, Städte und Stadtteile, deren Namen auf -bach enden. Im 8. Jahrhundert fingen die Menschen an, ihre Siedlungen nicht mehr nur nach Personen zu benennen, sondern auch nach der Lage. So entstanden die Achenbachs und Zweifelbachs, allein von den Breitenbachs gibt es heute 20. Im Norden sprach sich der Bach damals nicht "Bach", sondern "Bek" oder "Beck". Ortsnamen, die mit diesen Silben enden, konzentrieren sich darum bis heute im Norden. Sie sind deutlich seltener – die Bach-Namen kommen rund zehnmal so häufig vor. Wahrscheinlich sind diese zahlreicher, weil man im Süden, wo es oft bergig oder zumindest hügelig ist, häufig Siedlungen im Tal gründete. Und dort war ein Bach selten fern. Man hätte den Ort damals auch -tal oder -thal nennen können, doch das geschah seltener. Offenbar war der Bach damals einfach beliebt, ob als plätscherndes Gewässer oder als klangvolles Wort.

Quelle: Kleiner Atlas der Siedlungsnamen, Leibniz-Institut für Länderkunde; Geografische Erfassung: Lutum + Tappert

Kommentare

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" Die -bach-Namen scheinen in etwa dort vorzukommen, wo im ausgehenden Mittelalter Niederdeutsch gesprochen wurde. "

Genau umgekehrt: die Karte zeigt wundebar die Benrather-Linie und man sieht, dass -bach-Namen südlich der Benratherlinie vorkommen, also dort wo im Spätmittelalter Hochdeutsch gesprochn wurde, während die Benennung im Plattdeutschen -beck, beke usw war, also ohne die zweite Lautverschiebung von k nach ch.