Harald Martenstein Über Hundekrankheiten

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Aus der Serie: Martenstein ZEITmagazin Nr. 20/2018

Wir Kolumnenschreibenden wissen, dass es in der Unterhaltungsliteratur vier Themen gibt, die immer gut gehen und als besonders erfolgversprechend gelten, sie heißen Sex, Kinder, Nazis und Tiere. Es gibt allerdings auch drei Themen, bei denen garantiert Hassmails kommen. Sie heißen Gender, späte Vaterschaft und Tiere, bei Letzterem vor allem Hunde. Da draußen gibt es eine Szene von Hundehasser-Ultras, die sogenannten Canophoben, die allein schon bei der Erwähnung des Wortes "Hund" Schaum vorm Mund kriegen. Ich hatte immer Haustiere, schon mit sechs, unter anderem eine divenhafte Blindschleiche, Molche und Wasserschildkröten, die wegen ihres unermüdlich übel riechendes Zeug produzierenden Verdauungsapparats bei Eltern zu Recht gefürchtet sind. Parallel dazu hatte ich immer von regelmäßigen Massensterben heimgesuchte Aquarien. Stellen Sie sich vor dem Aquarium einfach ein kleines, dickes, bebrilltes Kind vor, Enkel eines Tierarztes, Abonnent der Zeitschrift Das Tier. Mein Winnetou hieß Bernhard Grzimek. Ein Tier gehört zu mir wie mein Name an der Tür.