Abschiebequoten Abschiebequote

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 32/2018

Abschiebequoten: Ohne Duldung

Quelle: Berechnung des Lehrstuhls für Internationale Politik (G. Schneider), Uni Konstanz, mit Zahlen aus Bundestags-Drucksache 19/800 © Laura Edelbacher

Um zu ermitteln, wie viele der Menschen, die Deutschland verlassen müssen, tatsächlich abgeschoben werden, hat der Politologe Gerald Schneider von der Uni Konstanz für das ZEITmagazin folgende Abschiebequote errechnet: nämlich den Quotienten aus der Zahl der im Jahr 2017 Abgeschobenen und der Zahl der "Ausreisepflichtigen ohne Duldung" im selben Jahr. Es fällt auf, dass Bayern, das sich gerne als streng im Umgang mit Geflüchteten sieht, keine besonders hohe Quote hatte. Selbstbild und Realität passen nicht ganz zueinander. Streng sind hingegen Thüringen und das Saarland. Die Quote ist in beiden Ländern rechnerisch sogar höher als 100 Prozent, weil im Jahr 2017 mehr Menschen abgeschoben wurden, als zum Stichtag "ausreisepflichtig ohne Duldung" waren. Der saarländische Innenminister lobte sich selbst: Das Saarland sei den anderen Bundesländern "meilenweit voraus" im Umgang mit Flüchtlingen. Was er nicht sagte: Im Saarland, genauso wie in Thüringen, leben, auch pro Einwohner gerechnet, besonders wenige Menschen, die ausreisen müssen.