Bartschneider Mirko Borsche träumt von seiner alten Carrera-Rennbahn

© Carrera
Aus der Serie: Unter Strom ZEITmagazin Nr. 32/2018

Als ich klein war, hatte ich eine Rennbahn von Carrera, die ich sehr liebte. Mein bester Freund und ich ließen unsere Spielzeugautos darauf gegeneinander antreten. Eines Tages hatten wir die Idee, die Bahnen mit Seife einzuschmieren, damit die Autos beim Start die Reifen durchdrehen und aus den Kurven schön herausschießen. Den Spaß hatten wir einen Nachmittag lang, dann war die Rennbahn kaputt. Daran musste ich denken, als ich mir letztens einen Bartschneider mit der Aufschrift "Carrera No 623" besorgte.

Nostalgisch, wie ich war, sah ich großzügig über den Preis von 80 Euro hinweg. Ich trage einen Dreitagebart, deswegen sind Bartschneider für mich schon ein Thema. Jeden zweiten Tag muss ich den Bart trimmen, damit ich im Gesicht nicht zum Grizzlybären werde. Leider gibt es wahnsinnig wenige Bart-Trimmer, die okay aussehen. Dieser hingegen hat eine Hülle aus Edelstahl, er ist schlank wie ein Mikrofon und hat ein gelbes LED-Display.

An sich ist es ein gutes Gerät: Die Klingen schneiden präzise, es surrt nur leise vor sich hin. Leider passt es aber nicht zu mir: Mein Bart hat eine Länge von drei Millimeter, die Klinge schafft aber nur zwei Millimeter oder alles ab vier. Meinen Kollegen machte das nichts aus – inzwischen habe ich damit dem halben Büro die Haare geschnitten.

Beim Schreiben dieser Kolumne stellte sich übrigens heraus, dass mein neuer Bartschneider mit meiner alten Rennbahn nichts zu tun hat. "Carrera" ist nur der Markenname einer Reihe von Haushaltsgeräten, die eine Düsseldorfer Firma namens Aquarius herstellt. Sie sind erst seit 2016 im Handel erhältlich. Die Verwechslungsgefahr, sagte mir der Pressesprecher, sei "Fluch und Segen" zugleich.

Technische Daten

Gewicht: 600 Gramm
Ladezeit: 90 Minuten
Betriebszeit: 60 Minuten
Preis: 79, 90 Euro

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